Die AfD-Abgeordneten in Sachsen haben nicht ihren eigenen Kandidaten gewählt. Er bekam nur eine Stimme. Parteichef Tino Chrupalla musste tatenlos zusehen. Die Wahl des Ministerpräsidenten in Sachsen geriet für die AfD zur Blamage. Im zweiten Wahlgang stimmte nur ein einziger Abgeordneter für AfD-Fraktionschef Jörg Urban – und das, obwohl die AfD als zweitstärkste Partei über 40 Stimmen im Landtag verfügt. Der Grund dürfte darin liegen, dass die AfD geglaubt haben dürfte, mit einem Trick die Wiederwahl von Michael Kretschmer (CDU) verhindern zu können. So stimmten vermutlich die meisten AfD-Abgeordneten für den für die Freien Wähler angetretenen Gegenkandidaten Matthias Berger, der auf 39 Stimmen der insgesamt 120 Abgeordneten kam. Insgesamt elf Parlamentarier enthielten sich bei der Abstimmung. Die AfD-Leute hatten offenbar gehofft, dass auch noch andere Abgeordnete für Berger stimmen würden – und so ein Sturz von Kretschmer gelingen könnte. Um die anderen zu verwirren, zog die AfD jedoch ihren Kandidaten nicht zurück. Doch der Hütchenspieler-Trick, wie es ein Beobachter formulierte, funktionierte nicht. Nicht zuletzt, weil die AfD offenkundig mit niemandem Absprachen getroffen oder wenigstens informell sondiert hatte, wie sich die anderen verhalten würden. Am Ende steht Jörg Urban als der Verlierer da, als der Mann, den nicht einmal seine eigene Partei gewählt hat. Zugleich bewirkte das AfD-Gebaren das Gegenteil dessen, was die Partei wollte: Kretschmer geht mit 69 Stimmen und damit einer absoluten Mehrheit gestärkt aus der Wahl

via berliner zeitung: Hat sich die AfD in Sachsen gerade selbst in die Luft gejagt?

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