Über Apps wie die von Lieferando werden Hassbotschaften an Muslime geschickt. Das ergab eine Anfrage an die Bundesregierung. Rassismus ist weiterhin ein großes Problem in Deutschland. Um ihre Hassbotschaften zu verbreiten, werden auch ungewöhnliche Methoden ausgewählt. Seit 2023 offenbar auch die Apps von Essenslieferanten wie Lieferando. Das Thema war auch Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage der Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut (Die Linke). Die Adressaten der Hassbotschaften waren laut der parlamentarischen Anfrage „Moscheen, islamische Gemeinden und Restaurants (z. B. türkische, arabische, iranische usw.), die aufgrund ihres Namens oder des Namens ihrer Inhaberinnen und Inhaber als muslimisch wahrgenommen werden“. Weiter heißt es darin: „Dabei nutzen die Täterinnen und Täter das freie Textfeld bei Bestellungen, um ihre Botschaften zu verbreiten“. Liefer-Apps wie Lieferando wegen Rassismus in der Kritik Diese Form des Rassismus nennt sich antimuslimischer Rassismus. „Er ist eine spezielle Form von Rassismus und bezeichnet die Ablehnung von muslimischen Menschen und muslimisch gelesenen Personen aufgrund ihrer wahrgenommenen Religion, Kultur, Sprache oder Herkunft“, heißt es auf der Internetseite von „Demokratie Leben“, einem Programm des Bundesfamilienministeriums. Die Antworten des Bundesinnenministeriums (BMI) zu dem Thema sind ernüchternd. Auf die Frage, wie viele Fälle von Hassbotschaften mit volksverhetzendem und beleidigendem Inhalt über Apps der Essenslieferanten wie Lieferando bekannt wurden, gab es keine klare Antwort. Grund dafür ist, dass antimuslimischer Rassismus und Hassbotschaften von der Bundesregierung unter politisch motivierten Straftaten zusammengefasst werden. Die Bundesregierung registriert Fälle von Hassbotschaften und antimuslimischem Rassismus nur unzureichend und fasst sie unter politisch motivierter Kriminalität zusammen (PMK). (…) Lieferando geht seit dem Bekanntwerden der Vorfälle gegen antimuslimischen Rassismus und Hassbotschaften über ihre App vor – offenbar mit Erfolg. „Die Schutzvorkehrungen greifen und unserem Kundenservice liegen seither keine neuen Fälle vor“, teilt ein Sprecher des Unternehmens mit. Ähnliche Maßnahmen wünscht sich die Linken-Abgeordnete auch von der Bundesregierung. „Während Lieferando bereits technische Gegenmaßnahmen ergriffen haben soll, verweigert die Bundesregierung eine Bewertung dieser Maßnahmen und zeigt auch ansonsten keine eigene Initiative zur Problemlösung“.

via fr: Antimuslimischer Rassismus: Lieferapps werden zur Plattform für Hassbotschaften