Der bekannte Rechtsextremist und einstige Dauerdemonstrant nahm sich für sein letztes Wort vor Gericht viel Zeit. Nun kam er zum Ende. Das Urteil am Landgericht fällt in dieser Woche. (…) Er hatte zuvor angekündigt, rund 13 Stunden dafür zu brauchen, woraufhin mehrere neue Verhandlungstermine festgesetzt wurden. Am Ende waren es wohl noch ein paar Stunden mehr. Angeklagt ist der als Rechtsextremist bekannte Liebich unter anderem wegen Volksverhetzung. Laut dem Strafrechtler Prof. Dr. Joachim Renzikowski von der Uni Halle gibt es grundsätzlich keine Vorgaben zum zeitlichen Umfang oder dem Inhalt des letzten Wortes. „Es steht dem Angeklagten frei, was er zu seiner Verteidigung vorbringen will.“ Allerdings könne ihm bei Missbrauch nach vorheriger und in der Regel mehrfacher Ermahnung das Wort entzogen werden, etwa bei ständigen Wiederholungen, weitschweifigen, abwegigen oder beleidigenden Äußerungen. Sven Liebich konnte viele Stunden sprechen. Am Montag erklärte er, dass er Angst habe, ungerechtfertigt verurteilt zu werden. Da die Staatsanwaltschaft gegen ihn sei, der Verfassungsschutz eine Hetzjagd gegen ihn betreibe. Ihnen, wie auch dem Bündnis Halle gegen Rechts und der Presse, unterstellte Liebich, einer „Riesenclique“ anzugehören, die ihn von der Straße holen und ins Gefängnis bringen wolle.

via mz web: BERUFUNGSPROZESS AM LANDGERICHT HALLE  Rechtsextremist Sven Liebich hat nach vielen Stunden sein letztes Wort gesprochen