Bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags von Hanau hat es am Samstag in Saarbrücken einen mutmaßlich rassistischen Vorfall gegeben. Mehrere Männer aus der Fußball-Fanszene sollen die Veranstaltung gestört, die Opfer verhöhnt und eine Reichsflagge gezeigt haben. Die Polizei hat mittlerweile die Ermittlungen ausgeweitet. Die Organisatoren der Mahnwache gedachten in Saarbrücken gerade der Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau vor zwei Jahren, als sechs Männer die Veranstaltung störten, indem sie die Plakate der Opfer runterrissen. Als die Organisatoren damit drohten, die Polizei zu rufen, packte einer der Männer eine Reichsflagge aus. Das bestätigt auch die Polizei. Nach Angaben der Veranstalter sagten die Männer auch, die Opfer seien keine Deutschen gewesen. Die Polizei, die zunächst nur wegen einer Ordnungswidrigkeit und wegen Sachbeschädigung gegen einen 28-Jährigen und einen 30-Jährigen aus der Fußball-Fanszene ermittelte, hat die Ermittlungen inzwischen ausgeweitet.
Im Verdacht stehen nun auch die Störung von Versammlungen nach dem Versammlungsgesetz und die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener nach dem Strafgesetzbuch. Einer der beiden Männer ist offenbar bis vor kurzem Mitglied der Partei Die Linke gewesen. Dies bestätigte der Linken-Landesvorsitzende Thomas Lutze dem SR. Der aus Neunkirchen stammende 28-Jährige sei Anfang des Jahres aus der Mitgliederliste gestrichen worden, da er keine Beiträge mehr gezahlt habe. Da er in den vergangenen Monaten zunehmend rechtsextreme Thesen vertreten und sich in der Querdenkerszene engagiert habe, hätte er aber auch bei bezahlten Mitgliedsbeiträgen mit einem Parteiausschlussverfahren rechnen müssen.
via sr: Offenbar rassistischer Vorfall beim Gedenken der Opfer von Hanau