Der anonyme Neonazi-Rapper Mr. Bond wurde offenbar von einem Fan gedoxt, der die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Wien ins Internet stellte. Laut dieser sei der Mann „besonders gefährlich“ – und könnte einen Terroranschlag planen. Jahrelang versteckte sich ein österreichischer Neonazi-Rapper hinter einem Pseudonym: Mr. Bond war ein anonymer Star der rechtsextremen Online-Welt, er vertonte bekannte Pophits mit expliziten menschenverachtenden Texten neu. Eine Art „Weird Al“ Yankovic der Neonazi-Szene: Er widmete einen Song dem Christchurch-Killer und inspirierte wiederum den Halle-Attentäter (siehe Belltower.News). In anderen Liedern feiert er die Massenvernichtung von Juden und Jüdinnen im Nationalsozialismus. Am 20. Januar 2021 wurde Mr. Bond festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft in Wien. Nun wurde seine Identität öffentlich: Philip Josef H., Jahrgang 1984. Ein erwerbsloser Mann aus Lienz in Osttirol, der zwischen 2013 und 2018 in Wien wohnte. Bei seiner Verhaftung lebte er wieder im Elternhaus in der Kärntner Gemeinde Paternion. (…) Besonders alarmierend ist, dass laut Anklageschrift das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Österreichs Sicherheitsbehörde, zu dem Schluss kommt, dass Philip H. selbst einen Terroranschlag planen könnte. Sie halten ihn für „besonders gefährlich“.
Dass er andere Rechtsterroristen bereits inspiriert hat, ist längst bekannt: Den Christchurch-Attentäter, der im März 2019 in zwei neuseeländische Moscheen 51 Menschen ermordete und 40 weitere verletzte, bezeichnete Mr. Bond als „Heiligen“. Nach dem Anschlag schrieb er: „Ich liebe diesen Mann…Stellt euch 100 Brentons vor – auf der ganzen Welt“. Und weiter: „Auch wir müssen uns bereit machen, um losschlagen zu können, und das sehr bald.“ Später widmete er dem Attentäter den Track „Holding Out For A Tarrant“, inspiriert von Bonnie Tyler. Der Halle-Attentäter, der an Jom Kippur im Oktober 2019 versuchte, schwer bewaffnet in eine Synagoge einzudringen, und zwei Menschen ermordete, hörte dabei den Mr.-Bond-Song „Powerlevel“. Vor Gericht sagte der Attentäter aus, dass der Song als „Kommentar zur Tat“ fungieren sollte.
via belltower: Neonazi-Rapper in U-Haft – FANS DOXEN DEN ANONYMEN MR. BOND