Zwischen Bücherständen, Podiumsgesprächen und politischen Debatten beginnt heute in Halle wieder eine Messe, die polarisiert – die “BücherMesse Seitenwechsel”. Auf dem Programm stehen auch die Auftritte bekannter Mitglieder der rechten Szene. Die Veranstalter sprechen von einem Ort für Debatten und Meinungsvielfalt, Kritiker sehen ein Vernetzungstreffen der Neuen Rechten. Auf der Gästeliste stehen Vertreter eines Verlags und eines Magazins, die beide vom Verfassungsschutz als “gesichert rechtsextremistisch” eingeordnet werden: Einmal der Antaios-Verlag in Sachsen-Anhalt, gegründet von Götz Kubitschek, einer prägenden Figuren der Neuen Rechten. Als zweites: Das Compact-Magazin unter Chefredakteur Jürgen Elsässer. Programm beinhaltet bürgerliche und rechtsextreme Akteure Doch nicht alle, die auf dem Programm stehen, gehören zum extremen Spektrum – was dafür spricht, dass eine Art Normalisierung stattgefunden hat, sagt David Begrich, Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus beim Verein Miteinander e.V. in Magdeburg: “Wir haben Publizisten aus dem etablierten Spektrum, die sich radikalisiert haben, und wir haben eine Normalisierung von rechtsextremen Inhalten in der Mitte der Gesellschaft.” Neben “normalem” Publikum seien dort im letzten Jahr auch Neonazis als Besucher gesehen worden, die ihre Tätowierungen mit langen Hemden unsichtbar gemacht hätten. Es seien parallel verlaufende Prozesse, die wiederum parallel zum Aufstieg der AfD verlaufen würden, betont Begrich.

via mdr: VERNETZUNGSTREFFEN DER RECHTEN SZENE? Buchmesse “Seitenwechsel” in Halle sorgt wieder für Zündstoff


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