Unternehmen wie “Ghost Metas” deaktivieren die Video-LED und zeigen, wie wenig dieses Privacy-Feature eigentlich taugt Eine Brille mit KI, die allzeit bereit für Fragen ist. Und einer Kamera, die auf Knopfdruck Erlebnisse in Bild und Ton festhalten kann. Das ist Metas Werbeversprechen für seine aktuellen smarten Brillen, die man in Zusammenarbeit mit verschiedenen Designfirmen herstellt. Was als hippe Lifestyleentscheidung vermarktet wird, ist in den Augen vieler Menschen allerdings ein Privacy-Desaster. Dass Metas Pläne sogar noch viel weiter gehen und ein Patent gar Smart Glasses beschreibt, die ständig filmen und mithören, hebt nicht gerade das Vertrauen.
Der Leumund der Brillen ist kein guter. Eine Studie zeigte kürzlich, wie diese oft zur Belästigung von Frauen eingesetzt werden. Der Datenschützer Thomas Fuchs hält aufgrund der invasiven Merkmale des Produkts gar ein Verbot in Deutschland für möglich. Die NGO HateAid hat wegen mutmaßlichen Verstößen gegen Datenschutzgesetze Strafanzeige gegen Meta eingebracht.
Doch ein Anbieter weniger bedeutet nicht, dass es die Dienstleistung nicht mehr gibt. Ghost Meta hinterlässt keine Lücke. Schon kurz nachdem das Update zahlreiche Geräte erreicht hatte, meldeten erste Tüftler, dass sie die Manipulationserkennung erfolgreich austricksen konnten. “Ich habe schon hunderte [Brillen] bearbeitet und nur ein Kerl hat Probleme”, wird ein Anbieter zitiert. “Das kann ich darauf schieben, dass er ein Trottel ist. Meine [Brillen] funktionieren immer noch problemlos.” Hinzu kommt, dass die LED nicht einmal zwingend abgeschalten werden muss – es reicht, das von ihr emittierte Licht zu verdecken. Etwa, so zeigt ein Experiment bei Engadget, ein einfacher Sticker um zwei Dollar. Ein Katz- und Maus-Spiel zwischen den Bastlern und Meta ist absehbar. Und wie bei “Tom & Jerry” dürfte die Maus dabei am Ende immer im Vorteil sein.
via standard: Heimlich filmen mit der Meta-Brille: Firmen bieten Deaktivierung von Aufnahmelicht an
0 Comments