Hände auf Rücken und Gesäß, Einladungen ins Hotelzimmer, Kommentare zum Ausschnitt: Medizinstudentinnen berichten von Grenzüberschreitungen beim Deutschen Ärztetag – andere Teilnehmer zeigen sich schockiert. (…) Die Erfahrungen der Delegierten haben offenbar schon vor Ort eine Debatte über Sexismus und übergriffiges Verhalten in der Medizinbranche ausgelöst. Andere Teilnehmer waren dem Bericht des »Ärzteblatts« zufolge erschüttert über die Schilderungen. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, sagte demnach: »Es ist zutiefst verstörend, und wir werden uns daran machen, die Vorfälle aufzuklären.« Teilnehmende rangen um Fassung Mehrere Teilnehmer, die danach ans Rednerpult traten, rangen dem Bericht zufolge um Fassung und forderten, Machtmissbrauch und Diskriminierung zum Kernthema des nächsten Ärztetags zu machen. Die Neurologin Anne Kandler habe von ähnlichen Erlebnissen auf Ärztetagen berichtet. »Wir sollten nicht den Mund halten. Macht weiter und guckt nicht weg«, wird die Ärztin aus Hessen zitiert. Im Nachgang des 130. Deutschen Ärztetags äußerte sich auch die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Marion Charlotte Renneberg, zu den Vorfällen auf der Veranstaltung. »Die Schilderungen der Kolleginnen und Studentinnen haben mich tief erschüttert und sprachlos gemacht«, sagte Renneberg laut einer Mitteilung auf der Website der Ärztekammer. Es sei absolut inakzeptabel, dass Frauen derart in ihrer Würde verletzt werden, solch ein Verhalten sei mit dem ärztlichen Berufsethos nicht vereinbar. Bereits im Vorfeld des Ärztetags habe eine Umfrage des Marburger Bunds das Ausmaß von Machtmissbrauch, Demütigung und sexueller Belästigung gegenüber Ärztinnen und Ärzten im Arbeitsumfeld gezeigt.
via spiegel: Sexismus in der Medizin »Erschüttert und sprachlos« – Beschwerden wegen sexueller Belästigung beim deutschen Ärztetag
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