Am 28. Februar will die AfD den saarländischen Ableger ihrer neuen Jugendorganisation „Generation Deutschland“ gründen (wir berichteten). Im Bundesvorstand der GD, der Ende November in Gießen gewählt wurde, ist die Saar-AfD dagegen bisher nicht vertreten. Allerdings stammt der Beigeordnete Helmut Strauf, der von der AfD Bayern ins Rennen geschickt wurde, ursprünglich aus dem Saarland. Strauf-Biografie wirft Fragen auf: Heißt der AfD-Politiker wirklich Helmut? Inzwischen ist Strauf stellvertretender Vorsitzender der GD Bayern und kandidiert bei der bayerischen Kommunalwahl am 8. März unter anderem für den Stadtrat München. Allerdings taucht er auf dem Stimmzettel unter dem Namen „Strauf Luca“ auf. Nicht das einzige Detail seiner Biografie, das Fragen aufwirft: So bestätigten der SZ mehrere Personen aus seinem Umfeld, dass es sich bei „Helmut“ lediglich um einen Spitznamen aus Schulzeiten handele. Zudem habe er selbst Migrationshintergrund, da sein Großvater aus der Türkei stamme. Laut Ansicht seines Umfelds passe dieser Umstand nur schwer zu Straufs völkischen Parolen: So plädierte er in Gießen für „millionenfache Remigration“, was nach Einschätzung von Experten auch die Ausweisung deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund beinhalte. Das „Bündnis gegen rechts Wiesbaden“ hat deshalb laut eigenen Angaben gegen Strauf Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet. Mächtige Unterstützer aus dem bayerischen Landesverband Wie der VWL-Student, der 2023 sein Abitur an einer Schule im Nordsaarland machte und nach eigenen Angaben erst Anfang 2025 der AfD beitrat, in der Partei so schnell Karriere machen konnte, ist unklar: Wiederholte Anfragen der SZ ließ Strauf unbeantwortet. Laut Beobachtern sei es aber auffällig, dass Strauf von mehreren hochrangigen bayerischen AfD-Politikern unterstützt werde. Darunter finden sich gleich drei Landtagsabgeordnete: Neben Rene Dierkes und Franz Schmid, die beide vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet werden, zählt auch Daniel Halemba dazu. Dieser wurde erst Anfang Februar vom Amtsgericht Würzburg wegen Geldwäsche und Nötigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 30 400 Euro verurteilt. Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft haben Rechtsmittel eingelegt. Laut Ansicht seines Umfelds spielten bei Straufs schnellen Aufstieg auch burschenschaftliche Kontakte eine Rolle: So sei er 2023 nach Beginn seines Studiums an der Saar-Uni der Saarbrücker Burschenschaft Germania beigetreten. Die schlagende Studentenverbindung, die schon in der Vergangenheit mit personellen Überschneidungen zur AfD auffiel, soll ihn „politisch radikalisiert“ haben. Eine Bitte um Stellungnahme ließ Germania unbeantwortet.
via saarbrücker zeitung: Saarländer macht in Bayern-AfD Karriere – seine Biografie wirft Fragen auf
0 Comments