Die Zahl der rechtsextremen Kundgebungen sinkt. Doch eine Entwarnung ist das nicht. Denn Gruppen konzentrieren sich auf den Osten. Im August gelingt es einer lokalen Neonazi-Splittergruppe, eine der größten rechtsextremen Aufmärsche in diesem Jahr zu organisieren. 550 Rechte sammeln sich im sächsischen Bautzen. Dort treffen sich Menschen zum Christopher Street Day, die zentrale Demonstration für Homosexuelle, Queere, Transgender in der Region. Die Neonazis mobilisieren dagegen, ihr Motto klingt harmlos: „Mann und Frau – Das wahre Fundament des Lebens!“. Dahinter steckt der Anmelder, die Gruppe „Urbs Turrium“, eine Truppe junger Extremisten aus der Oberlausitz. Kaum ein Aufmarsch findet so viel Beachtung wie die Demonstration in Bautzen. Denn schon 2024 mobilisierten Neonazis, Hunderte kamen, der Protest machte bundesweit Schlagzeilen. Vor allem aus einem Grund: Die Proteste in Bautzen sind der Höhepunkt einer neuen jungen Neonazi-Szene, die in lokalen Gruppen mobil macht. Gewaltbereit, radikal, jung, aktionsorientiert, so zeigen sich die Rechtsextremen. Auch in Görlitz, Zwickau und Leipzig organisieren die Rechten Demonstrationen gegen Homosexuelle.

via berliner morgenpost: Aufmärsche im Osten, Queere als Feinde: Die Demo-Strategie der extremen Rechten