Der bekannte Verschwörungsideologe Ken Jebsen tritt in einem Bürgerhaus in Mainz auf. Die Stadt ist Vermieterin und prüft nun rechtliche Schritte. Der als Verschwörungsideologe und Holocaustleugner bekannte Ken Jebsen soll am Dienstag in Mainz-Weisenau auftreten – in einem städtischen Bürgerhaus. Das berichtet die „Allgemeine Zeitung“. Die Stadt Mainz distanziert sich von der Veranstaltung. Wie die Zeitung schreibt, findet Jebsens Bühnenprogramm im Bürgerhaus Weisenau statt, das von einer Gesellschaft der Stadt Mainz betrieben wird. Der genaue Ort sei von den Veranstaltern lange geheim gehalten worden. Auf Anfrage der „Allgemeinen Zeitung“ teilte die städtische Pressestelle mit: „Die Stadt heißt Extremisten und Verschwörungsideologen nicht willkommen.“ Man wolle nun prüfen, „von wem die Räumlichkeit mit welchen Angaben und Zielsetzungen“ angemietet wurde und welche rechtlichen Optionen bestehen.
via merkurist: Bekannter Verschwörungsideologe Ken Jebsen soll in Mainz auftreten
siehe auch: Ken Jebsen tritt in Mainz auf – in städtischem Bürgerhaus Ken Jebsen, bekannter Verschwörungsideologe und Holocaustleugner, tritt am Dienstag in einer öffentlichen Eventlocation in einem Mainzer Stadtteil auf. Die Stadt äußert sich dazu. 20. September 2025 – 08:25 Uhr 3 min Kommentare Stephen Weber Mainz. Den Holocaust bezeichnete er einst in einer E-Mail als „erfundene PR“. Und in seinen Vorträgen spricht er von den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York immer wieder von der „Terror-Lüge“ und von einer Weltelite um Bill Gates, die mithilfe groß angelegter Impfkampagnen die Welt unter ihre Kontrolle bringen wolle. Wegen solcher und anderer Aussagen wird Ken Jebsen, 59, von seinen Kritikern als Schwurbler und Antisemit bezeichnet. In der deutschen Szene der Verschwörungsideologen gilt er indes als ihr größter Star. Mit seinen Videos im Internet erreichte Jebsen über Jahre Millionen von Menschen und fütterte sie nahezu täglich mit alternativen Mythen und Desinformation. Am Dienstag tritt Jebsen unter seinem bürgerlichen Namen Kayvan Soufi-Siavash mit einem Bühnenprogramm in Mainz auf – im Stadtteil Weisenau. Vermieterin ist die Stadt Mainz. Auftritt im Bürgerhaus in Weisenau Seit Wochen wirbt ein Frankfurter Ticketportal – mit Schwerpunkt auf „Querdenker“-Veranstaltungen – für Jebsens Programm „Der Wortschatz der Menschheitsfamilie“ in Mainz. Der Ort wurde von den Veranstaltern bislang geheim gehalten. Recherchen dieser Redaktion haben ergeben, dass es sich um die städtische Eventlocation „MeetUp“ (besser bekannt als Kulturheim oder Bürgerhaus) in Weisenau handelt. Platz für 499 Gäste. „Ihre vielseitige Eventlocation in Mainz“, wie es auf der Internetseite der Stadt heißt. Betrieben wird die Veranstaltungshalle von der Mainzer Bürgerhäuser GmbH & Co. KG – eine Gesellschaft der Stadt Mainz.
siehe dazu auch: Rechtsextremer Treffpunkt auf dem Dorf Umsturzpläne im Erbkrug (4.03.2025) Der Gasthof „Zum Alten Erbkrug“ in einem niedersächsischen Dorf ist ein Treffpunkt einer rechten Szene. Nach Ken Jebsen tritt dort Thilo Sarrazin auf. Aus dem Publikum tönen in regelmäßigen Abständen Zwischenrufe: „Volksverräter!“, „Annalena!“ Die Stimmung ist hörbar aufgebracht. Nach nicht mal 15 Minuten erklärt der frühere Radio-Moderator Ken Jebsen, warum er stolz ist, Deutscher zu sein. Es ist der Auftakt der neuen Tour des Verschwörungs-Stars, der seit Kurzem unter seinem bürgerlichen Namen „Kayvan Soufi-Siavash“ auftritt und sich nach Problemen mit dem Verfassungsschutz und der Medienaufsicht ins Ausland abgesetzt hat. Jetzt möchte der Unterstützer der AfD dem „Brandmauer-Wahnsinn“ ein Ende bereiten und ist dazu in den Gasthof „Zum Alten Erbkrug“ nach Godensholt gekommen, einem 900-Seelen-Dorf in Niedersachsen. Er habe sich erst vor einigen Tagen mit Jürgen Elsässer getroffen, dem Chefredakteur des gesichert rechtsextremen Compact-Magazins, sagt Jebsen. Zwischen philosophischen „Weisheiten“, Verschwörungserzählungen, frauenfeindlichen Witzen und stramm rechten Parolen holt er Personen aus dem Publikum auf die Bühne und fordert sie zum Handeln auf. Jebsens vorab erklärtes Ziel: „Anstifter“ sein. Die geopolitische Lage sei günstig, sodass „wir als patriotische Deutsche“ endlich das machen könnten, „was wir immer schon wollten“. (…) Schlüsselfigur hinter den Veranstaltungen im Erbkrug ist der Bad Zwischenahner Unternehmer Claas-Hinrich Krüger. Zusammen mit seiner Partnerin Imke Krüger betreibt er das Gesundheits- und Fitness-Portal „seistolzaufdich“ und veranstaltet Kongresse für „Alternativmedizin“. Dort war neben diversen Verschwörungsideolog:innen und Fans der vom Verfassungsschutz beobachteten „Anastasia“-Bewegung auch der neurechte Stratege Rainer Zitelmann mehrmals vertreten. Über die „Nova Sana Gesellschaft für Gesundheit e. V.“ organisiert Krüger auch die Veranstaltungen in Godensholt. Bei mindestens drei Vorträgen kooperiert er mit der „Atlas Initiative, Sektion Oldenburg“. Der Initiator dieses rechts-libertären Vereins, Markus Krall, hat Verbindungen zur Terrorgruppe um Prinz Reuß. Die Sektion Oldenburg baute der ehemalige Pressesprecher der AfD im EU-Parlament, Enno Samp, auf. Heute leitet sie sein Parteifreund Mathias Bothe. Ticketverkauf über Querdenker-Portal Für die Tickets setzt Krüger auf das Unternehmen „Krasser Guru“, das sich auf Veranstaltungen aus der Szene spezialisiert hat. An keiner anderen Location bietet es in diesem Jahr so viele Veranstaltungen an wie im Godensholter Gasthof. Hinter „Krasser Guru“ stecken die Querdenker Hartmut „Hardy“ Groeneveld und Björn Gschwendtner. Groeneveld wird laut eigenen Angaben vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet. Er kandidierte 2014 für die AfD in Soest. Gschwendtner kam laut eigenen Angaben im Zusammenhang mit einer Aktion zur Unterstützung des Querdenken-Stars Michael Ballweg in Kontakt mit dem Staatsschutz.
