Seit Monaten liegt die Bayern-AfD in Umfragen bei 20 Prozent oder höher. Interne Machtkämpfe und rechtsextreme Köpfe schaden der Partei nicht. Das hat auch mit der CSU zu tun. Der Weg zur AfD ist kurz. Vom Gelände des Gillamoos-Volksfestes im niederbayerischen Abensberg, wo CSU, Freie Wähler, Grüne, SPD und FDP beim politischen Frühschoppen verbal ordentlich aufeinander eindreschen, läuft man zu Fuß gerade einmal fünf Minuten bis zum Schlossgarten. Dort auf der Wiese haben sich mehrere hundert AfD-Anhänger versammelt, viele haben eine Deutschlandfahne dabei, es läuft laute Musik, die Stimmung ist gut. Wie könnte sie es auch nicht sein, angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse? Die AfD ist erfolgreich wie nie, und die anderen Parteien, das wird immer deutlicher, können dagegen nichts ausrichten. (…) Der Weg zur AfD ist kurz. Vom Gelände des Gillamoos-Volksfestes im niederbayerischen Abensberg, wo CSU, Freie Wähler, Grüne, SPD und FDP beim politischen Frühschoppen verbal ordentlich aufeinander eindreschen, läuft man zu Fuß gerade einmal fünf Minuten bis zum Schlossgarten. Dort auf der Wiese haben sich mehrere hundert AfD-Anhänger versammelt, viele haben eine Deutschlandfahne dabei, es läuft laute Musik, die Stimmung ist gut. Wie könnte sie es auch nicht sein, angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse? Die AfD ist erfolgreich wie nie, und die anderen Parteien, das wird immer deutlicher, können dagegen nichts ausrichten. Das weiß auch Tino Chrupalla, der Bundesvorsitzende der Rechtsaußenpartei, der an diesem sonnigen Vormittag auf der Bühne im Schlossgarten steht, unbeeindruckt von den Demonstranten, die sich vor dem Eingang mit Plakaten positioniert haben. „Wir werden dieses Land vom Kopf auf die Füße stellen“, ruft er ins Mikrofon. Es werde eine AfD-Regierung geben, wenn nicht schon nächstes Jahr in Sachsen-Anhalt, dann spätestens 2029 auf Bundesebene, ist Chrupalla überzeugt. Die Menschen applaudieren, Zweifel, dass es so kommen wird, scheint hier kaum jemand zu haben. AfD in Bayern liegt in Umfragen seit Monaten bei 20 Prozent oder besser Auch in Bayern befindet sich die AfD seit Monaten auf einem Höhenflug. Dem Bayern-Monitor des Meinungsforschungsinstituts Civey zufolge, mit dem unsere Redaktion kontinuierlich das Stimmungsbild im Freistaat untersucht, liegt die Partei aktuell bei einer Zustimmung von 20 Prozent der Wählerinnen und Wähler. Zur Bundestagswahl lag sie noch bei 14 Prozent, kletterte im Juni sogar auf 22 Prozent und liegt seither kontinuierlich über der 20-Prozent-Marke. Stärkste Kraft in Bayern ist mit großem Abstand weiterhin die CSU, die auf 40 Prozent kommt; auch die Grünen mit 13, die Freien Wähler mit zehn und die SPD mit acht Prozent würden den Einzug in den Landtag schaffen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht mit zwei und die Linken und die FDP mit je einem Prozent verharren in der Bedeutungslosigkeit. Für den signifikanten Aufstieg der AfD in Umfragen macht Politikwissenschaftlerin Sabrina Mayer von der Universität Bamberg mehrere Faktoren verantwortlich. Die schwarz-rote Koalition auf Bundesebene neige dazu, Wählerinnen und Wähler zu enttäuschen, auch in der Vergangenheit als Groko. Andererseits gehe es für Parteien darum, mit gesetzten Themen Aufmerksamkeit zu erregen. Das gelinge besonders mit Schlagwörtern wie dem Verbrennerverbot, Gendern oder veganer Wurst. „Die AfD instrumentalisiert diesen Kulturkampf“, sagt Mayer. Laut der Expertin trage die CSU dazu bei. „Markus Söder bedient ebenfalls viele Themen aus dem Bereich des Kulturkampfs. Davon profitiert immer auch die AfD. Hier wäre es natürlich schöner, wenn die CSU eigene Themen setzen würde.“ Halemba, Schmid, „Remigration“: So radikal ist die AfD in Bayern Mit ihren ganz eigenen Themen hat eigentlich die Bayern-AfD zu tun. Da ist zum einen die Radikalität: Unter den Landesverbänden tritt die bayerische AfD extremer auf als andere. Beispiel Franz Schmid: Der Landtagsabgeordnete und Beisitzer des Landesvorstands wird seit Frühjahr 2024 offiziell vom Verfassungsschutz beobachtet – ein einmaliger Vorgang im Freistaat. Vorgeworfen wird ihm unter anderem, die „Remigration“ von Personen in verfassungsfeindlicher Weise zu fordern, einen ethnischen Volksbegriff gegen die Menschenwürde zu propagieren, seine Mandatsgelder für die Unterstützung extremistischer Gruppierungen zu missbrauchen und die AfD mit extremistischen Ablegern verknüpfen zu wollen. Oder das Beispiel Daniel Halemba: Der rechtsextreme AfD-Landtagsabgeordnete nennt den Faschisten Björn Höcke als politisches Vorbild, sympathisiert mit der Identitären Bewegung und ist Mitglied der rechtsextremen Burschenschaft Teutonia Prag. Ihm wurde vorgeworfen, vor der Landtagswahl 2023 nur satzungswidrig an seine AfD-Kandidatur gelangt zu sein. Während Alice Weidel seinen Rauswurf aus der Partei forderte, beließ es der bayerische Landesvorstand bei einer Ämtersperre und setzte sich damit über die Bundes-AfD hinweg. Im Januar 2026 muss sich Halemba vor Gericht verantworten. Er ist wegen vorsätzlicher Geldwäsche, Nötigung, Sachbeschädigung und Volksverhetzung angeklagt.

via ausgeburger allgemeine: „Die AfD instrumentalisiert diesen Kulturkampf“: Wie die CSU in Bayern zum Erfolg der Rechten beiträgt