Mit Schlägen und Tritten greift eine Gruppe Neonazis Personen aus dem linken Spektrum an. Besonders brisant: der Anführer der Gruppe müsste längst in Haft sitzen. Eine Gruppe Berliner Neonazis hat auf dem Rückweg von den rechtsextremen Anti-CSD-Protesten im sächsischen Bautzen zwei Personen aus dem linken Spektrum auf dem Bahnhof Ostkreuz angegriffen. Die beiden Betroffenen sollen mit Schlägen und Tritten traktiert worden sein. Die Polizei konnte anschließend zwölf, teils vermummte Tatverdächtige identifizieren. Ihre Identitäten wurden festgestellt, die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen Landfriedensbruch. Zuerst hatte die „taz“ berichtet. Vorausgegangen war der Attacke ein Hilferuf in internen linken Chatgruppen von Fahrgästen aus dem Regionalexpress der Linie zwei, der aus Cottbus kommend um 23:18 Uhr den Berliner Bahnhof Ostkreuz erreichte. Im Zug befanden sich sowohl Teilnehmer des CSD Bautzen, als auch Neonazis, die gegen die queere Veranstaltung auf die Straße gegangen waren. In linken Kreisen war von einer etwa 30-köpfigen Gruppe „Faschos“ die Rede, die gewaltbereit und alkoholisiert seien. Es würden Hilfe und Abholung in Berlin benötigt (…) In Bautzen präsent waren auch Mitglieder der Gruppierung „Deutsche Jugend voran“, die für verschiedene Gewaltattacken gegen politische Gegner verantwortlich sind. Ihr Anführer, Julian M., wurde Anfang April vom Berliner Landgericht zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass M. unter anderem im Berliner Bezirk Marzahn in zwei Fällen Personen attackierte und demütigte, die er wegen Symbolen an ihrer Kleidung als links identifiziert hatte. Am Sonntag reiste M. mit seinen Kameraden nach Bautzen und war Teil der Gruppe am Ostkreuz. Ob er auch tatsächlich in den Angriff verwickelt war, ist unklar. Trotz seiner Verurteilung ist M. weiterhin auf freiem Fuß. Zunächst war das darauf zurückzuführen, dass die Richterin M. einige Wochen Zeit bis zum Haftantritt einräumte, damit er familiäre Probleme in den Griff bekomme. Dann legte die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil ein, die mittlerweile zurückgezogen wurde

via tagesspiegel: Rechtsextremisten kamen aus Bautzen : Erst Attacke am Ostkreuz, dann Antifa-Solidarität am Alex