Der Schlagerstar wollte AfD-Chefin Alice Weidel bei einem Konzert nicht im Publikum. Wieder geht es um die Frage: Wie nahe steht Gloria von Thurn und Taxis der AfD? (…) Am Montagabend also trat Schlagersängerin Vicky Leandros („Theo, wir fahr‘n nach Lodz“) auf. Und die habe, als sie in der Nacht vor ihrem Konzert von einer Einladung Alice Weidels erfahren habe, der Fürstin am Telefon klargemacht, dass die AfD-Chefin im Publikum „nicht willkommen“ sei. Denn sie, sagte Leandros öffentlich, stehe für Vielfalt, Toleranz, Menschenwürde, Menschenrechte und Internationalität. Sie wolle nicht, dass ihr Konzert politisiert werde. Gloria habe die Einladung Weidels daraufhin zurückgezogen. (…) Weidel schrieb am Mittwoch auf X, sie sei gar nicht von Gloria ausgeladen worden. Sie habe stattdessen „in den privaten Räumen des Schlosses eine wunderbare Zeit zusammen mit guten Freunden verbracht, denen die Meinungsfreiheit und Demokratie am Herzen liegen“. Und die Fürstin beschimpfte im rechtspopulistischen Onlinemedium Nius, in dem sie häufig interviewt wird, die Schlagersängerin: „Fakt ist: Vicky Leandros hat sich tatsächlich danebenbenommen, war keine Lady. Mir hat sie einen Gefallen getan, dass ich die Show nicht angucken musste“. Gloria von Thurn und Taxis sagte einmal: Sie glaube, ein Schlossgespenst spuke auf St. Emmeram herum. Sicher ist, dass dort seit Längerem ein anderes Gespenst umgeht: das des Rechtspopulismus und Rechtskatholizismus. Deren Schnittmengen und – personelle – Querverbindungen werden immer wieder kritisch thematisiert, wie auch die Rolle, die die Fürstin in diesem Umfeld spielt. Die ist strenggläubige Katholikin und „Lebensschützerin“. 2001 etwa sagte sie, Abtreibung sei Mord, später beschrieb sie die Pille als „eine Form der Abtreibung“. Ihren Kampf für das ungeborene Leben setzte sie zuletzt auf Nius fort, wo sie sich bei „Achtung, Reichelt!“ anlässlich der Debatte über Frauke Brosius-Gersdorf äußerte. Die SPD-Kandidatin für einen Richterinnenposten am Bundesverfassungsgericht wird aufgrund ihrer Position, dass ein Schwangerschaftsabbruch aus verfassungsrechtlichen Gründen in der Frühphase rechtmäßig sein sollte, in erzkatholischen wie rechten bis rechtsextremen Kreisen seit Wochen heftig attackiert. Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch verbreitete auf X die Falschbehauptung, Brosius-Gersdorf sei eine „linksradikale Aktivistin, die im Prinzip der Abtreibung bis zum 9. Monat das Wort redet“.

via augsburger allgemeine: SCHLOSSFESTSPIELE Eklat bei Gloria: Nun beschimpft die Fürstin Sängerin Vicky Leandros