Die Berliner Registerstellen haben 2024 deutlich mehr diskriminierende Vorfälle dokumentiert. Das führen sie vor allem auf verstärkte rechtsextreme Aktivitäten zurück. Von Madlen Haarbach 12:00 Uhr | Update: heute, 14:04 Uhr Die „Berliner Register“ haben 2024 mit 7720 einen neuen Höchststand diskriminierender und rechtsextremer Vorfälle dokumentiert. Am Donnerstag stellten sie ihren Jahresbericht vor. 2023 waren 5286 Vorfälle registriert worden. Die Register sind in den zwölf Berliner Bezirken mit eigenen Beratungsstellen aktiv und erfassen Fälle von Diskriminierungen und Anfeindungen systematisch. Zwölf Bezirke, zwölf Newsletter Lokales aus Berlin in unseren Bezirks-Newslettern – hier bestellen Vor allem seien in Berlin aktuell verstärkte rechtsextreme Aktivitäten und eine zunehmende Zahl antisemitischer Bedrohungen erkennbar, sagt Koordinatorin Jana Adam: „Die extreme Rechte gewinnt in Berlin an Einfluss – sei es durch eine wiedererstarkte rechte Jugendkultur, die Normalisierung rassistischer Rhetorik oder den Schulterschluss über antifeministische Ideologien.“ Demnach dokumentierten die einzelnen Registerstellen in den Bezirken 2021 durchschnittlich 21 Vorfälle am Tag. Die Zahl antisemitischer Vorfälle hat sich mit 2200 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt (1113). Jüd:innen würden seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 berlinweit verstärkt angefeindet, auch jüdische Einrichtungen würden immer wieder bedroht, heißt es in dem Bericht. Dabei würden sich aber nicht alle Vorfälle auf den Nahostkonflikt beziehen: Stattdessen beobachten die Registerstellen eine Normalisierung antisemitischer Einstellungen. Das äußere sich auch in Angriffen auf Gedenkorte an die NS-Zeit.

via tagesspiegel: Mehr rechtsextreme und antisemitische Vorfälle: Zahl diskriminierender Angriffe und Beleidigungen in Berlin nimmt deutlich zu