Eine Psychotherapie ist dazu da, um Menschen zu helfen. Umso schlimmer, wenn Betroffene hier Rassismus erleben. Ein Interview mit der Mainzer Psychologin Dr. Nora Hettich-Damm.Es sind manchmal nur harmlos gemeinte Bemerkungen – und doch werden sie von Patientinnen oder Patienten als rassistisch empfunden. Die Folge: Das Vertrauensverhältnis zum Therapeuten oder der Therapeutin ist zerstört. In der Psychotherapie ist die Sensibilisierung für das Thema inzwischen angekommen. Zum Ende der Internationalen Wochen gegen Rassismus hat SWR Aktuell darüber mit Dr. Nora Hettich-Damm gesprochen. Hettich-Damm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Dort leitet sie das Forschungsprojekt “Rassistische Diskriminierung im Kontext psychischer Gesundheitsversorgung” (RaDiGe). SWR Aktuell: Von welchen rassistischen Erfahrungen berichten Teilnehmer Ihres Projekts?Dr. Nora Hettich-Damm: Wir fragen speziell nach Rassismus im Gesundheitssystem und in der Psychotherapie. Was häufig berichtet wird, ist das “Fremd machen”, also dass eine Person zum Beispiel gefragt wird: “Woher kommen Sie denn?” Oder dass der Name mit einer vermeintlichen Herkunft in Verbindung gebracht wird und dann über landestypisches Essen oder Filme gesprochen wird. Da kommt auch zum Tragen, dass Rassismus gar nicht immer intentional sein muss. Das bedeutet, dass die Person, die sich rassistisch verhält, es gar nicht so erleben muss. Aber dass es eben von der Person, die den Rassismus erfährt, so erlebt wird. Insgesamt gibt es wenig Sensibilität für Rassismus im Gesundheitssystem, berichten Betroffene.

via tagesschau: Interview: Was Rassismus in der Psychotherapie mit Betroffenen macht

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