Wer zahlte 2,35 Millionen Euro für den Wahlkampf der AfD? Der angebliche Spender war nach Recherchen von SPIEGEL und »Standard« wohl nur ein Strohmann. Jetzt reagiert die Bundestagsverwaltung. In der Parteispendenaffäre um dubiose Millionenzahlungen aus Österreich wird es unangenehm für die »Alternative für Deutschland«: Wie ein Sprecher der Bundestagsverwaltung dem SPIEGEL bestätigte, hat das zuständige Kontrollreferat nun ein entsprechendes Prüfverfahren gegen die Partei eingeleitet. Hintergrund ist der vom SPIEGEL und der österreichischen Zeitung »Standard« aufgedeckte Skandal um die Finanzierung einer deutschlandweiten Plakatkampagne zugunsten der AfD kurz vor der Bundestagswahl. Die Wahlwerbung, deren Wert die AfD mit 2.349.906,62 Euro angibt, sei ihr angeblich von dem früheren FPÖ-Funktionär Gerhard Dingler aus Österreich spendiert worden, meldete die AfD Anfang Februar der Bundestagsverwaltung. Doch nach Recherchen von SPIEGEL und »Standard« besteht der Verdacht, dass Dingler bei der Millionentransaktion lediglich als Strohmann fungierte. Nach Ermittlungen österreichischer Sicherheitsbehörden soll der Geschäftsmann aus Vorarlberg kurz vor seiner vermeintlichen Spende eine »Schenkung« in Höhe von 2,6 Millionen erhalten haben – von dem aus Duisburg stammenden Immobilienmilliardär Henning Conle, der in der Schweiz lebt. (…) Sollte die AfD die rund 2,35 Millionen Euro nicht bei der Bundestagsverwaltung abliefern, drohen ihr im Fall der Feststellung einer unzulässigen Spende Strafzahlungen in bis zu dreifacher Höhe – in diesem Fall rund sieben Millionen Euro. AfD erhielt schon früher Geld von Milliardär Der Bundesschatzmeister der AfD, Carsten Hütter, hatte nach dem Bekanntwerden der mutmaßlichen Strohmannkonstruktion beteuert, in der Spendensache stets »gemäß den gesetzlichen Auflagen gehandelt« zu haben. Er erwarte »eine lückenlose Aufklärung durch die Behörden«. AfD-Chef Tino Chrupalla hatte die Annahme der Dingler-Spende bei Welt TV unterdessen verteidigt und erklärt, er sähe »nichts Rechtswidriges« darin. Dass Dingler die Millionen zuvor von dem Immobilienmilliardär Conle erhalten hatte, wollte Chrupalla jedoch nicht ausschließen: »Ob das Geld im Endeffekt von Dritten oder Vierten kommt, das weiß ich selber nicht«, sagte der AfD-Chef .

via spiegel: Geld über mutmaßlichen Strohmann Bundestag leitet Prüfverfahren wegen Millionenspende an AfD ein

siehe auch: Affäre um Plakatspende: Verfahren gegen die AfD eingeleitet Die Quelle einer Plakatspende im Wert von über 2 Millionen Euro an die AfD ist offenbar unklar. Nun leitete die Bundestagsverwaltung ein Verfahren ein. Die Bundestagsverwaltung hat ein Verfahren gegen die AfD wegen einer möglichen Affäre um eine Parteispende eingeleitet. Wie ein Sprecher des Bundestages am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, liegen dem Parlament „amtliche Feststellungen zur Frage der Herkunft des Geldes“ vor. Die AfD werde dazu nun zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht des Spiegel. Dabei geht es um eine Spende von rund 2,35 Millionen Euro für Plakat-Werbung, die kurz vor der Bundestagswahl für Aufsehen gesorgt hatte. Der AfD wird vorgeworfen, dass das Geld nicht wie bei der Bundestagsverwaltung angegeben von einem früheren Politiker der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich, Gerhard Dingler, sondern tatsächlich von dem deutschen Immobilienmilliardär Henning Conle gekommen sei. Die AfD meldete Anfang Februar der Bundestagsverwaltung, dass die Spende von Dingler stamme.

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