Elon Musk macht die Ukraine für Ausfälle bei X verantwortlich. Doch die beteiligten Hacker sagen etwas anderes – und verraten ihr nächstes Ziel. Über Stunden war Elon Musks Kurznachrichtendienst X am Montag nicht erreichbar. (…) Für Musk war der Schuldige für die Ausfälle offenbar schnell klar: die Ukraine. Doch die Hackergruppe, die mutmaßlich hinter den Ausfällen steckt, widerspricht ihm eindeutig. (…) Später legte Musk dann in einem Interview mit Fox News nach und konkretisierte seinen Verdacht. Dort erklärte er, dass die Hacker “IP-Adressen aus der Ukraine” hätten. Hacker-Gruppe widerspricht Auch bei früheren Ausfällen hatte Musk Cyberangriffe verantwortlich gemacht, oftmals ohne konkrete Beweise. Als sein Livestream mit Donald Trump im Vorfeld der Wahl erst mit deutlicher Verspätung beginnen konnte, sprach er ebenfalls von einem “massiven Angriff”. Eine Quelle im Unternehmen teilte “The Verge” jedoch später mit, dass es keinen Angriff gegeben habe. Bei diesem Ausfall scheint es sich nun aber tatsächlich um einen externen Angriff zu handeln. Die Hackergruppe Dark Storm übernahm laut einem öffentlichen Telegram-Post die Verantwortung – die hat allerdings keinerlei Verbindung zur Ukraine. Mehr noch: Der US-amerikanische Journalist Ed Krassenstein nahm Kontakt mit der Gruppe auf und konfrontierte sie mit Musks Vorwürfen, sie seien mit der Ukraine verbandelt. Auf Krassensteins Anfrage stellte Dark Storm klar, dass es “nicht die Ukraine” gewesen sei. Musk müsse Beweise für seine Behauptungen liefern, dann werde man selbst weitere Hintergründe veröffentlichen. Auch ukrainische IP-Adressen habe man nicht verwendet. Es sei nicht wahr, was Musk behauptet habe. Man wisse nicht, weshalb Musk diese Aussagen getätigt habe: “Er ist der, der es gesagt hat.” Der Angriff habe aber keinen politischen Hintergrund, es sei “nur eine Demonstration unserer Stärke”. “Wir können wieder angreifen. Dieses Mal mit einer stärkeren Attacke”, teilte die Gruppe mit. Als mögliches Ziel nannte die Gruppe Musks Firma Tesla. Zudem verrieten die Hacker ein weiteres konkretes Ziel: die Banken Sedad und GBM Banque. Diese hatten zuvor erklärt, ihre Wallet-Dienste könnten nicht gehackt werden. Zweite Hackergruppe meldet sich Später bekannte sich auch das Hacker-Kollektiv Anonymous zu dem Angriff. Auf ihrer Webseite “opdreadnought.com” beriefen sich die Hacker im Gegensatz zu Dark Storm auf politische Gründe. “Die republikanische Partei, Maga, Trump und Musk sind Schwachköpfe, die trunken von der Macht sind und sich daran ergötzen, andere niederzutrampeln. Das amerikanische Volk leidet darunter. Die Welt leidet darunter”, heißt es dort.
via t-online: X-Ausfall Musk beschuldigt Ukraine – und wird entlarvt
siehe auch: Musk meldet “massive Cyberattacke” auf Onlinedienst X Nach Angaben von Firmen-Chef Musk gab es Angriffe auf die Online-Plattform X. Tausende Nutzer hatten keinen Zugang mehr. Musk mutmaßt, der Angriff komme aus der Ukraine. Das Bekenntnis einer Hackergruppe zeigt allerdings in eine andere Richtung. Die Online-Plattform X des Tech-Milliardärs Elon Musk ist am Montag zeitweise gestört gewesen. Musk selbst schrieb bei X, es laufe eine “massive Cyberattacke” gegen den Dienst. Nach dem Ausmaß zu urteilen stecke entweder eine große Gruppe dahinter oder ein Land, behauptete er zunächst. Später sagte Musk im TV-Sender Fox Business Network, man sei zwar immer noch nicht sicher, was genau passiert sei – aber die Attacke sei von IP-Adressen “aus dem Gebiet der Ukraine” ausgegangen. Belege dafür gab es zunächst nicht. IP-Adressen, die Computer beim Zugang zum Internet bekommen, sind sehr leicht zu fälschen oder zu verschleiern. IT-Sicherheitsexperten verlassen sich deshalb nie darauf, wenn sie die Herkunft einer Cyberattacke feststellen wollen. (…) Der Cybersecurity-Dienstleister “Orange Cyber Defense” der französischen Telekommunikationsfirma „Orange“, ordnet Dark Storm Team auf Basis einer Open-Source-Intelligence Recherche als pro-palästinensisch ein und vermutet Verbindungen der Gruppe zu Russland. Sie sei schon in der Vergangenheit durch Attacken auf staatliche und privatwirtschaftliche Akteure in Erscheinung getreten, auch durch sogenannte DDoS-Attacken. Auch bei dem Angriff auf X könnte es sich laut Newsweek und anderen Medien um eine DDoS-Attacke handeln. DDoS steht für „Distributed Denial-of-Service“, einen verteilten Netzwerkangriff. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bombardieren Hacker dabei ein Ziel mit gefälschten Anfragen. So wird das Ziel überlastet und dadurch lahmgelegt. Dafür dringen die Hacker in bis zu tausend Rechner, zum Beispiel von Universitäten, ein und nutzen diese als koordinierte Waffe; What Really Happened With the DDoS Attacks That Took Down X Elon Musk said a “massive cyberattack” disrupted X on Monday and pointed to “IP addresses originating in the Ukraine area” as the source of the attack. Security experts say that’s not how it works. The social network X suffered intermittent outages on Monday, a situation owner Elon Musk attributed to a “massive cyberattack.” Musk said in an initial X post that the attack was perpetrated by “either a large, coordinated group and/or a country.” In a post on Telegram, a pro-Palestinian group known as Dark Storm Team took credit for the attacks within a few hours. Later on Monday, though, Musk claimed in an interview on Fox Business Network that the attacks had come from Ukrainian IP addresses. Web traffic analysis experts who tracked the incident on Monday were quick to emphasize that the type of attacks X seemed to face—distributed denial-of-service, or DDoS, attacks—are launched by a coordinated army of computers, or a “botnet,” pummeling a target with junk traffic in an attempt to overwhelm and take down its systems. Botnets are typically dispersed around the world, generating traffic with geographically diverse IP addresses, and they can include mechanisms that make it harder to determine where they are controlled from. “It’s important to recognize that IP attribution alone is not conclusive. Attackers frequently use compromised devices, VPNs, or proxy networks to obfuscate their true origin,” says Shawn Edwards, chief security officer of the network connectivity firm Zayo. (…) If Ukrainian IP addresses did contribute to the attacks, though, numerous researchers say that the fact alone is not noteworthy. “What we can conclude from the IP data is the geographic distribution of traffic sources, which may provide insights into botnet composition or infrastructure used,” Zayo’s Edwards says. “What we can’t conclude with certainty is the actual perpetrator’s identity or intent.”
