80 Prozent der Ärzte am Klinikum Hildburghausen in Südthüringen kommen aus dem Ausland. 50 Prozent der Wähler des Landkreises haben bei der Bundestagswahl für die AfD gestimmt. Zu Besuch bei dringend benötigten Fachkräften, die sich nicht mehr willkommen fühlen. Vor einigen Monaten hat es Mohamed Mahde nach Hildburghausen verschlagen, einer Stadt in Thüringen mit 12 000 Einwohnern, nahe der Grenze zu Bayern. Mahde ist 36 Jahre alt, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, er kommt aus dem Sudan. An seinem neuen Arbeitsplatz, der Henneberg-Klinik in Hildburghausen, wird er dringend gebraucht. Ohne Mohamed Mahde und all die anderen Assistenz- und Fachärzte aus dem Ausland müsste das Haus sofort den Betrieb einstellen. Robert Koburg, der Ärztliche Direktor der Klinik, beobachtet schon länger, dass Mediziner, die in Deutschland geboren sind oder an einer deutschen Uni studiert haben, sich nicht mehr in die Thüringer Provinz locken lassen. Von seiner 50-köpfigen ärztlichen Belegschaft haben 80 Prozent Migrationshintergrund. In der Pflege kam sein Haus bisher mit einheimischen Kräften aus, doch in den Ausbildungsklassen deckt nun auch Nachwuchs aus Nordafrika zunehmend die Lücken. (…) Nicht bei allen Menschen in der Region scheint sich herumgesprochen zu haben, wie sehr ihr Wohl von diesen Fachkräften abhängt. Mohamed Mahde, der Unfallchirurg, erzählt von einer Patientin, die neulich mit einem Knochenbruch in die Klinik kam – aber nicht von einem ausländischen Arzt behandelt werden wollte. Was nicht einfach ist auf einer Station, auf der sechs von sieben Ärzten aus Indien, Serbien, Sudan, Irak und Nigeria stammen. Auch in der Kardiologie hat die Belegschaft solche Fälle erlebt, erzählt ein Oberarzt, der anonym bleiben will. Einem Patienten hätten er und seine ausländischen Kollegen gesagt, dass „wir auch gute Ärzte sind“. Dieser habe dennoch auf einem deutschen Arzt bestanden. Aber das seien Einzelfälle, sagt der Kardiologe; schwierige Patienten gäbe es immer. Die AfD plädiert für eine Landarztquote Mehr Sorgen bereitet dem Oberarzt die politische Entwicklung. Bei der Bundestagswahl haben deutschlandweit 20 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die AfD gestimmt. In Thüringen waren es fast 40 Prozent, im Landkreis Hildburghausen sogar 50 Prozent. Und das, obwohl der Verfassungsschutz den Thüringer Landesverband der AfD als gesichert rechtsextrem einstuft. Im Landtag drängte die Fraktion Anfang 2024 auf eine Aktuelle Stunde. Titel: „Remigration aus Thüringen starten statt verteufeln“. Nicht nur die Ärzte am Klinikum Hildburghausen fragen sich, was wohl bei der Wahl in vier Jahren passieren wird.
Der Neonazi-Swatter aus Niederösterreich – #terror #thecom
Europaweit breitet sich eine gewalttätige Online-Kultur aus. Der Fall eines festgenommenen niederösterreichischen Neonazi-Swatters zeigt die rechtsextreme Einflusssphäre auf die Szene um The COM. Drei „Daumen hoch“ bekommt der User Girox* am 18. April auf seine Read more