Die Parteigründung der Werteunion im Februar 2024 war ein Paukenschlag. Inzwischen versinkt die Partei in der Bedeutungslosigkeit, und ihr Kopf Hans-Georg Maaßen bekommt Gegenwind. Hans-Georg Maaßen weiß, wie sich Wahlsiege anfühlen. Der frühere Verfassungsschutzchef war ja in den vergangenen Wochen in Donald Trumps luxuriösem Club Mar a-Lago, und er war bei der Amtseinführung von Trump und hat etwas von der Euphorie mitbekommen. In Deutschland dagegen hat seine Werteunion bei der Bundestagswahl 6.803 Zweitstimmen bekommen, das waren weniger als 0,1 Prozent in Nordrhein-Westfalen, dem einzigen Bundesland, wo Maaßens “Politikwende jetzt” gewählt werden konnte. Mit Maaßen als Vorsitzendem hatte der Verein Werteunion seine Mitgliederzahl verdreifacht und eine Partei gegründet. Doch inzwischen knirscht es an diversen Ecken: Rücktritte, Abberufungen, Rechtsstreit, Begehrlichkeit um angespartes Geld – und Streit über den Kurs. Das hat viel damit zu tun, dass Maaßen an der Spitze von Partei Werteunion und Verein Werteunion steht – und die Interessen auseinandergehen. Langjährige Mitglieder des Vereins wollen nicht eine Partei “fördern”, die Maaßen in Trump-Manier vertritt und isoliert. Interne Papiere und Gespräche mit aktiven und früheren Mitgliedern zeigen tiefe Risse. Gerade hat Alexander Mitsch sein Amt als stellvertretender Vorsitzender der Partei abgegeben, nachdem er Aufgaben kommissarisch übernommen hatte. Er sollte vorübergehend Arbeiten des Bundesschatzmeisters Udo Kellmann wahrnehmen. Kellmann hatte Post bekommen, dass er von seinem Amt entbunden ist, unterzeichnet von Jörg Meuthen, dem früheren AfD-Vorsitzenden und neuen stellvertretenden Parteivorsitzenden der Werteunion. Kellmann hatte offenbar eine Machtprobe mit Neumitgliedern der Werteunion heraufbeschworen.
via t-online: Kleinstpartei am Abgrund Maaßens Politikwende am Ende