Roland Kaiser erlaubt sich eines: Er positioniert sich. Er bleibt weitherin stabil gegen Rechts und erkennt an: „Es gibt eben nicht nur Mann und Frau.“ Roland Kaiser kann sich was erlauben. Mit bald 75 Jahren blickt er auf ein fast monströs erfolgreiches Berufsleben: ein Schlager- und Popsänger, ein Mann, ähnlich sakrosankt wie in Frankreich einst Gilbert Bécaud. Mit frischem Gemüt singt er weiterhin in den allergrößten Arenen. Am Dresdner Elbufer feiert er jedes Jahr eine mehrtägige Party, die man beinahe als Anti-AfD-Event begreifen kann. Denn der bekennende Sozialdemokrat seit Urzeiten verkörpert das Gegenteil aller linken Klischees über miefigen Schlager: „Sieben Fässer Wein“, „Santa Maria“, „Schachmatt“ oder „Warum hast du nicht nein gesagt“ (mit Maite Kelly) sind eben nur ein karger Ausschnitt seines Werkes. Dazu kommen auch „Achtung und Respekt“ – einmal als Songtitel, einmal als Lebenseinstellung. In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung äußerte Roland Kaiser sich so nun zum Gendern: „Es gibt eben nicht nur Mann und Frau. Punkt. Menschen sind offensichtlich vielschichtiger und haben entsprechend vielschichtige Gefühle und Bedürfnisse – und die müssen wir zulassen. Auch sprachlich.“ Er selbst spreche mit Glottisschlag, aber er respektiere, wenn es andere anders tun: „Ich war immer überzeugt, dass die Freiheit eines Menschen erst dort endet, wo die Freiheit eines anderen beginnt. Warum sollte es mich eigentlich stören, wenn sich jemand als dieses oder jenes identifiziert? Ist mir doch egal. Jeder Jeck ist anders. Ende des Berichts“, so Kaiser.

via taz: Roland Kaiser ist fürs Gendern Schlagersänger ist gegen die AfD

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By Sven Mandel – Sven Mandel, CC BY-SA 4.0, Link

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