Die AfD will an der weltgrößten Bildungsmesse in Stuttgart teilnehmen. Das sorgt für heftige Diskussionen. Bildungsgewerkschaften kritisieren in einem Brief den Veranstalter. Der Protest gegen eine Teilnahme der AfD an der Bildungsmesse didacta in Stuttgart wird massiver. In einem Brief an den didacta-Verband fordert ein breites Bündnis von Schüler-, Eltern- und Lehrerverbänden den Ausschluss der von ihnen so genannten “Demokratiefeinde” von der Messe, die am kommenden Dienstag ihre Tore öffnet. Weiter heißt es: “Es wäre ein fataler Fehler, wenn sich die AfD auf der didacta als Hauptaussteller präsentieren dürfte. Besonders im Kontext des Messe-Leitthemas “Demokratiebildung” ist es untragbar, einer derart extremen Partei eine solche Plattform zu geben.” Die didacta sei Europas größte Bildungsmesse und trage deshalb große Verantwortung – “und sollte sich entschieden gegen Rechtsextremisten positionieren”, heißt es in dem Schreiben, das von der Bundesschülerkonferenz initiiert wurde. Unterstützt wird das Schreiben unter anderem von den Lehrerverbänden Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE), vom Grundschullehrerverband, der Gruppe “Teachers for Future” sowie vom Bundeselternbeirat und Greenpeace. (…) “Wir sagen seit Anfang an, dass wir mit dieser Partei nichts zu tun haben wollen”, sagte der VBE-Vorsitzende Gerhard Brand dem SWR. “Die AfD steht nicht auf dem Boden des Grundgesetzes, ist in Teilen rechtsextrem und leugnet teilweise den Holocaust.” Eine solche Partei dürfe auf einer Bildungsmesse mit dem Titel “Demokratie braucht Bildung, Bildung braucht Demokratie” keinen Stand haben. Der VBE und die GEW hatten bereits am Montag gemeinsam gegen die AfD-Präsenz protestiert, die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di schloss sich dem an. Inzwischen wurde eine Online-Petition von einer Erzieherin gestartet, die die Messe Stuttgart auffordert, die AfD von der didacta auszuschließen. “Bildung muss ein Ort der Gleichheit, des Respekts und der Toleranz bleiben”, heißt es in dem Schreiben. Bislang haben rund 14.000 Menschen die Petition unterschrieben.
via swr: didacta: Schüler, Eltern und Lehrkräfte kritisieren die Teilnahme der AfD
siehe auch: ver.di fordert Messe Stuttgart auf, den AfD-Stand auf der Didacta zu verhindern. ver.di Baden-Württemberg ist empört, dass auf der Bildungsmesse Didacta, die dieses Jahr unter dem Motto „Demokratie braucht Bildung, Bildung braucht Demokratie“ stattfindet, die AfD mit einem Messestand vertreten sein soll. Die Gewerkschaft fordert die Messe Stuttgart und alle Verantwortlichen auf, noch diese Woche alles Notwendige zu veranlassen, um eine Präsenz der AfD zu verhindern. Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter: „Die Messetore müssen für die Demokratiefeinde der AfD verschlossen bleiben. Diese wichtigste Fachmesse für Bildung darf nächste Woche nicht überschattet werden von einem Parteienwahlkampf. Noch ist eine Woche Zeit, um eine Didacta ohne Störgeräusche von Rechtsaußen zu ermöglichen, die einen der derzeit wichtigsten Aufträge von Bildung in den Fokus nimmt: Die Stärkung der Demokratie.“ ver.di Baden-Württemberg fordert die Messe auf, zu prüfen, ob ein Ausschluss der AfD juristisch aussichtsreicher wäre, wenn Grüne und CDU auf ihre Stände verzichten. Die Messe hatte den Stand mit Verweis auf die anderen beiden Parteien genehmigt. Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „ver.di und GEW sind seit Jahren auf der Bildungsmesse vertreten, weil die Fachgewerkschaften für die pädagogischen Fachkräfte und Lehrkräfte eine genau so wichtige Informationsquelle sind, wie die Fachstände aus dem Bildungsbereich. Bildungspolitik spielt auf dieser Messe natürlich immer eine große Rolle. Bildungspolitikerinnen und Politiker der demokratischen Parteien sind herzlich eingeladen zu Diskussionen und Foren auf der Messe, um über gute Rahmenbedingungen für Bildung mit Fachkräften und Gewerkschaften zu sprechen. Wahlkampfstände brauchen die pädagogischen Fachkräfte auf ihrer Bildungsmesse nicht und das war auch in der Vergangenheit nicht üblich.“