Bei einem fingierten Macheten-Überfall lässt sich der Chemnitzer Neonazi Alexander W. drei Finger abhacken und schiebt es Linksextremen in die Schuhe. Sein mutmaßlicher Helfer, ein Tätowierer, muss sich nun vor Gericht wegen möglicher schwerer Körperverletzung verantworten. Er soll die Finger mit einer Machete abgetrennt haben. Nach dem ersten Verhandlungstag ist klar: Alexander W. suchte nach Vollstreckern, die ihm seine ganze Hand abhacken. Wer ist dieser Mann? Und was verrät der Prozess über die rechte Szene in Chemnitz? Der Neonazi Alexander W. stammt nach mehreren voneinander unabhängigen Zeugenaussagen von Polizisten und Neonazis aus der Neonazi-Szene in Dortmund. Alexander W. verweigert vor Gericht seine Aussage. Weil gegen ihn ein weiteres Verfahren läuft, nutzt er sein Zeugnisverweigerungsrecht und schweigt. Alexander W. gibt bei der Polizei zu Protokoll, er sei bei einer Militärübung über eine Panzermine gefahren. (…) Alexander W. ist am ersten Verhandlungstag im Macheten-Prozess als Zeuge geladen. Mit Hilfe seiner Aussagen soll geklärt werden, ob der 38-jährige Angeklagte S. ihm wirklich die Finger abgehackt hat – oder ob es Alexander W. vielleicht auch selbst getan hat. Weil gegen den Neonazi selbst ein Ermittlungsverfahren wegen des Vortäuschens einer Straftat läuft, hat er vor Gericht ein Zeugnisverweigerungsrecht, um sich selbst nicht zu belasten. Alexander W. entscheidet sich, zu schweigen. Auch seine Ärzte entbindet er nicht von der Schweigepflicht. (…) Alexander W. stammt laut mehreren voneinander unabhängigen Zeugenaussagen von Polizisten und auch Rechtsextremen aus der Neonazi-Szene in Dortmund. Von dort ist er vor einigen Jahren nach Chemnitz gezogen. Warum? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Der Zeuge M. hat ein sehr breites Kreuz, trägt Glatze ist an den Unterarmen tätowiert und trägt eine Jeans mit zwei Blautönen. Er ist freundlich, öffnet Journalisten sogar die Tür und spricht sächsischen Dialekt. M. bezeichnet sich selbst der rechten Szene zugehörig. Alexander W. sei einmal sein Nachbar gewesen. (…) Alexander W. und Zeuge M. bleiben an diesem Tag nicht die einzigen offenkundigen Rechtsextremen, die im Zeugenstand aussagen. Ein weiterer Zeuge K. mit schwarzer Hose, schwarzer Jacke, schwarzem Pullover und süddeutschem Akzent betritt den Verhandlungssaal. Auch er hat ein breites Kreuz, ist tätowiert und kennt sich scheinbar nicht nur in der Chemnitzer, sondern auch der Dortmunder Rechtsextremistenszene gut aus.

via mdr: MIT MACHETE VERLETZT Abgetrennte Finger: Prozess gibt Einblicke in die Chemnitzer rechte Szene

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