Die rumänische Polizei hat mehrere Häuser wegen des Verdachts auf Wählerbestechung und Geldwäsche durchsucht. Gestern hatte das Verfassungsgericht die Präsidentschaftswahl nach Vorwürfen der Manipulation annulliert.Nach der annullierten Präsidentschaftswahl hat die Polizei in Rumänien bei einer Razzia mehrere Häuser durchsucht. Drei Gebäude in der zentralrumänischen Stadt Brasov seien im Rahmen von Ermittlungen zu Vorwürfen von “Wählerbestechung, Geldwäsche und Datenmanipulation” durchsucht worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Es gehe um den Verdacht der “illegalen Finanzierung der Wahlkampagne eines Kandidaten für das Amt des rumänischen Staatspräsidenten”.Gestern hatte das Oberste Gericht Rumäniens die erste Runde der Präsidentschaftswahl wegen Vorwürfen russischer Einflussnahme vollständig annulliert. Der rechtsradikale und russlandfreundliche Kandidat Calin Georgescu hatte dort völlig überraschend mit knapp 23 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Damit war er in die eigentlich für Sonntag geplante Stichwahl gegen die Mitte-Rechts-Politikerin Elena Lasconi eingezogen.

via tagesschau: Razzien in Rumänien Aufarbeitung nach Wahlchaos

siehe auch: Wahlwiederholung in Rumänien “Manipulation hat in keinem Land ein solches Ausmaß”. Eigentlich hätte es in Rumänien am Sonntag eine Stichwahl um das Präsidentenamt geben sollen. Die ist abgesagt. Das Verfassungsgericht annullierte den ersten Wahlgang – wegen massiven Einflusses von außen. Das rumänische Verfassungsgericht versetzt das Land erneut in eine nie da gewesene Situation. Die obersten Richter erklärten heute in einem historischen Urteil die Präsidentenwahl für ungültig, nachdem sie die Ergebnisse Anfang der Woche noch bestätigt hatten. Hintergrund dürften Dokumente der Geheimdienste sein, denen zufolge Rumänien Ziel eines “aggressiven russischen hybriden Angriffs” geworden sei.Profitiert haben soll davon allen voran der rechtsextreme parteilose Kandidat Calin Georgescu. Der Verfassungsexperte Liviu Draganescu hält die Entscheidung der Richter für richtig: “Es erscheint fair, das gesamte Verfahren zu annullieren, nicht nur die erste Runde der Präsidentschaftswahlen, weil die Informationen des Obersten Rates für Landesverteidigung zeigen, dass es staatliche und nicht-staatliche Eingriffe in den Wahlprozess in Rumänien gab.”

Romanian Presidential Elections 2024 - First Round.svg
Von CdreiEigenes Werk, CC BY 4.0, Link