Die Ermordung von Kesaria Abramidze, einem Transgendermodel, gibt Anlass zur Sorge um die Rechte und die Sicherheit von LGBTIQ-Personen in Georgien. Nur einen Tag nachdem die georgische Regierung am Dienstag ein umstrittenes Gesetz zur Einschränkung der Rechte von LGBTIQ-Personen verabschiedet hatte, wurde Kesaria Abramidze, ein bekanntes georgisches Transgendermodel, ermordet. Wie das georgische Innenministerium bekanntgab, wurde Abramidze in ihrer Wohnung in einem Vorort der georgischen Hauptstadt Tiflis “mit mehreren Messerstichen” getötet. Die Polizei nahm ihren Freund als Tatverdächtigen fest. Gegen ihn wird wegen Mordverdachts mit “besonderer Grausamkeit” und “aufgrund des Geschlechts” ermittelt. Abramidze selbst, die auch als Influencerin und Schauspielerin tätig war, galt als eine der ersten offen transidenten Persönlichkeiten Georgiens. Sie sprach offen über ihre Geschlechtsangleichung und vertrat die Kaukasusrepublik 2018 beim internationalen Modelwettbewerb Miss Trans Star International. Auf Instagram folgten ihr rund 500.000 Menschen. Zuletzt fiel Abramidze vermehrt mit Kritik an der georgischen Regierung auf. So verurteilte sie etwa deren Umgang mit häuslicher Gewalt und Frauenrechten scharf. In den sozialen Netzwerken schrieb Abramidze dazu: “Nein zum Femizid, der in unserem Land mittlerweile so weit verbreitet ist.” Auch erzählte das Transgendermodel im April, dass sie vorübergehend gezwungen gewesen sei, ins Ausland zu fliehen. Denn nachdem ihr ehemaliger Partner sie mehrmals körperlich angegriffen habe, habe Abramidze um ihr Leben gefürchtet. Ihre Tötung am Mittwoch erfolgte, nur einen Tag nachdem ein umstrittenes “Anti-LGBTIQ”-Gesetz in dritter und letzter Instanz vom georgischen Parlament verabschiedet wurde.

via standard: FEMIZID LGBTIQ-Rechte in Georgien beschnitten: Transmodel von Partner ermordet