AfD-Mann Nikolaus Kramer wurde in die Greifswalder Bürgerschaft gewählt. Seine politischen Gegner haben 80 Einsprüche gegen seine Wahl eingelegt, weil sie anzweifeln, dass er wirklich in Greifswald lebt. Kann jemand die Interessen der Menschen vor Ort vertreten, dessen Familie in Schwerin lebt? Streit um die Wahl von Nikolaus Kramer in die Greifswalder Bürgerschaft: Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag hat bei der Bürgerschaftswahl in Greifswald die meisten Stimmen aller Kandidaten geholt, wurde von seiner Fraktion bereits zum Chef der Bürgerschaftsfraktion gewählt. Doch nun werden Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner Wahl laut, die ihn sogar das Mandat kosten könnten. „Wir haben ungefähr 80 Einsprüche erhalten“, sagt Gemeindewahlleiter Achim Lerm. Ein Rekord, der laut Lerm offensichtlich auf einem organisierten Vorgehen fußt. Formal seien die Schreiben weitgehend identisch und gehen inhaltlich alle in die gleiche Richtung: Nikolaus Kramer lebe primär in Schwerin statt in Greifswald, dürfte somit seinen Hauptwohnsitz nicht in der Stadt haben und hätte gar nicht in der Hansestadt zur Wahl antreten dürfen. Frau und Kinder haben anderen Hauptwohnsitz als Kramer Kramer hatte kurz nach der Wahl in einem Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG seine Lebensumstände umrissen. Der Artikel ist zum Auslöser der Debatte geworden. So lebt der Politiker berufsbedingt regelmäßig in der Landeshauptstadt. Während der Sitzungswochen auch durchgehend. Seine Frau und deren Kinder haben ihren Hauptwohnsitz dort – in Kramers Dienstwohnung, sagte er im Nachgang. Kramer: „Ich verbringe mehr Zeit in Greifswald“ „Der Hauptwohnsitz ist nach Paragraf 16 des Landesmeldegesetzes dort zu nehmen, wo die vorwiegend benutzte Wohnung der Familie ist“, sagt Gregor Kochhan der für die Alternative Liste erfolglos in Greifswald zur Wahl angetreten war und die Welle der Einsprüche losgetreten hat. Nach Auffassung des Greifswalders Juristen müsste Kramer diesen somit in Schwerin anmelden.

via ostsee-zeitung; Zweifel an Hauptwohnsitz von AfD-Mann Nikolaus Kramer in Greifswald: 80 Einsprüche gegen Wahl