In Großschweidnitz brachten die Nazis Menschen mit psychiatrischer Erkrankung oder geistiger Behinderung um. Nun soll der Ort die Geschichte der 5500 Opfer erzählen. Nach gut zweijähriger Bauzeit ist die Gedenkstätte Großschweidnitz in Ostsachsen als moderner Erinnerungsort für die Opfer des NS-Regimes eingeweiht worden. Die Gedenkstätte soll an die Opfer der »Euthanasie«-Morde der Nationalsozialisten erinnern. »Tausende Menschen mit psychiatrischer Erkrankung oder geistiger Behinderung wurden in der Anstalt Großschweidnitz Opfer der NS-Vernichtungspolitik. Wir alle haben die Pflicht, dass diese ungeheuerlichen Verbrechen nicht vergessen werden«, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zur Eröffnung. Mehr als 5500 Menschen umgebracht In der NS-Zeit waren in Großschweidnitz mehr als 5500 Frauen, Männer und Kinder durch überdosierte Medikamente, Unterernährung und mangelnde Pflege umgebracht worden. Sie galten der NS-Ideologie nach als »minderwertig« und »unnütze Esser«. Die neue Ausstellung erzählt ihre Geschichte. Zudem werden auch die Vorbedingungen und Nachwirkungen der »Euthanasie«-Verbrechen thematisiert. Etwa 2000 Menschen wurden von hier aus, in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein gebracht.
via spiegel: Sachsen Gedenkstätte für »Euthanasie«-Tote