Der Verfassungsschutz überprüft einen Professor der Bundespolizeiakademie. Hintergrund sind frühere Texte des Dozenten, die einen Rechtsextremismus-Verdacht nahelegen könnten. Der Verfassungsschutz überprüft einen Professor der Bundespolizeiakademie in Lübeck. Das bestätigten Bundespolizei und Bundesinnenministerium dem NDR auf Anfrage. Gegenstand der Prüfung sind frühere Texte des Dozenten und die Frage, ob diese einen Rechtsextremismus-Verdacht nahelegen. Unterrichten darf Stephan Maninger als Professor für Sicherheitspolitik an der Bundespolizeiakademie schon seit Längerem nicht mehr, nachdem eine Recherche von “Ippen Investigativ” Maningers Vergangenheit im Sommer 2021 öffentlich gemacht hatte.Aus dem Innenministerium hört man, die Bundespolizeiakademie habe Maninger längst wieder in den Unterricht schicken wollen. Das sei auf Betreiben aus der Ministeriumsspitze gestoppt worden. Die Bundespolizei erklärte auf Anfrage von NDR und “Frag den Staat” dazu lediglich, Maninger werde nicht mehr im Unterricht eingesetzt.Der Grund: Stephan Maningers Vergangenheit. Er ist einer der Gründer des Vereins hinter dem “Institut für Staatspolitik”, das mittlerweile vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall und vom Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft wird. Maningers Name findet sich auch in den NSU-Akten: als Redner auf einer Veranstaltung, an der auch Unterstützer aus dem NSU-Umfeld teilnahmen. Und er war Sprecher der “Afrikaaner Volksfront”, einer separatistischen Bewegung in Südafrika, die sich für einen Volksstaat für Weiße einsetzte.Hinzu kommen Dutzende Texte in der rechten Zeitschrift “Junge Freiheit”. Maninger schrieb von einem “Zeitalter der ethnischen Konflikte” und einem drohenden “Ethnosuizid”. Die Bundeswehr müsse sich auf die Lösung von “ethnischen Konfliktszenarien” auch im Inneren einstellen. Europäischen Städten drohten Afrikanisierung und Islamisierung.Maninger warf Fragen nach der “Einsatzfähigkeit von Frauen in Kampfeinheiten” auf, warnte: “Die ‘Problemkinder’ eines multikulturellen Deutschlands heißen am Anfang des nächsten Jahrtausends ‘Mehmet’ und ‘Kaplan'” – und er forderte in einem Interview mit dem rechten Verleger Götz Kubitschek, es sei “dringend an der Zeit, dass die westliche Welt die Demographie als Waffe” begreife.
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