Trotz der Festnahmen geht von den „Reichsbürgern“ eine ständige Gefahr aus, sagt Verschwörungs-Experte Josef Holnburger. Er verrät, was die Szene stark gemacht hat – und wie der Staat sie in den Griff kriegt. Es ist schon ein paar Tage her, dass deutsche Behörden mehrere „Reichsbürger“ festgenommen haben. Doch die Diskussion reißt nicht ab. Immer wieder geht es dabei um die Frage, ob die Szene in der Lage gewesen wäre, einen Putsch zu organisieren. Oder es vielleicht immer noch ist? Dabei braucht es nicht mal einen Umsturz, damit es hochgefährlich wird, sagt Josef Holnburger dem Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA. „Anders Breivik ermordete 77 Menschen in der Hoffnung, dass danach alle sein Manifest lesen würden“, so der Politikwissenschaftler, der seit Jahren zur Verbreitung von Desinformation und Verschwörungserzählungen forscht. „Gerade, weil es eine Gruppierung ist, die sich aus einer Richterin, Polizisten und ehemaligen Militärs sowie Waffenverkäufern zusammengesetzt hat, muss man das sehr ernst nehmen.“ Die Gefahr sei deswegen größer als bei vergleichbaren extremistischen Gruppen. „Sie wollten in den Bundestag eindringen und Geiseln nehmen – ein direkter Angriff auf unsere Demokratie“, so Holnburger.
via merkur: Warum „Reichsbürger“ auch ohne Putsch gefährlich sind – und wo die Szene einen Fehler machte