Hat Bundeskanzler Olaf Scholz wirklich Klimaaktivisten mit Nazis verglichen? Und könnte diese Äußerung eine Gefahr für die Gesellschaft sein? Demokratie- und Rechtsextremismusforscher Professor Matthias Quent analysiert die Worte des Kanzlers und wünscht sich eine Richtigstellung – zum Wohle der Demokratie. „Das ist so ein Skandal“, findet die wohl bekannteste deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Nach einem Auftritt von Olaf Scholz auf dem Katholikentag am Freitag in Stuttgart wirft Neubauer dem Bundeskanzler vor, Parallelen zwischen der Klimabewegung und der NS-Herrschaft zu ziehen. „Das ist eine problematische Äußerung, die da von Herrn Scholz kommt“, sagt auch der Demokratie- und Rechtsextremismusforscher Matthias Quent. Er hätte sich eine zügige Stellungnahme des Kanzlers gewünscht – und sieht in dessen Äußerungen auch eine Gefahr für die Gesellschaft. „Ich sage mal ganz ehrlich, diese schwarz gekleideten Inszenierungen bei verschiedenen Veranstaltungen von immer den gleichen Leuten erinnern mich an eine Zeit, die lange zurückliegt, und Gott sei Dank“, hatte Scholz gesagt und Applaus geerntet, nachdem eine Gruppe von Klimaaktivisten eine Podiumsdiskussion störte, an der auch der Kanzler teilnahm. Bei dieser Äußerung sei ein Nazi-, mindestens aber Faschismusvergleich naheliegend – findet jedenfalls Matthias Quent. „Mit einer historisch strengen Auslegung könnte man sagen, er hätte sich auf die Schwarzhemden Mussolinis bezogen und nicht auf die Sturmabteilung der Nationalsozialisten, aber das macht es auch nicht viel besser. Für jede andere historische Parallele fehlt mir die Fantasie“, sagte der Rechtsextremismusforscher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). (…) „Die Sprecherin des Kanzlers erklärte heute, die Aussagen von #Scholz würden ‚für sich‘ stehen. Bitte was? Wir fordern Klarheit. Unterschreibt und sagt es weiter“, schreibt sie am Montagnachmittag auf Twitter und teilt eine Petition, die den Kanzler selbst zum Reden bringen soll. „Ihnen muss bewusst gewesen sein, dass das als ein offener Vergleich mit den faschistischen Störungen aus dem NS-Regime verstanden werden wird. Wir sind entsetzt. Und wir fordern Sie zu einer Stellungnahme auf“, heißt es im Petitionstext. Gut vier Stunden nachdem Klimaaktivistin Neubauer den Aufruf im Netz teilte, hatten knapp 6700 Personen ihre Unterschrift abgegeben.

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UPDATE: Unterschriften Stand 30.05.2022: 26.564