In Berlin-Neukölln wurden binnen weniger Monate 13 Autos angezündet – in einem Viertel, in dem es auch immer wieder zu rechtsextremen Angriffen kommt. Die jüngsten Taten wecken Erinnerungen an eine jahrelange Anschlagsserie. Steckt die Neonazi-Szene hinter den Brandstiftungen? Flammen steigen in die Luft, mehrere Meter hoch. Ein Auto brennt, direkt neben einem Wohnhaus. Bis in die Baumkrone greifen die Flammen über, wie auf einem auf Twitter veröffentlichten Video zu sehen ist. Vergangenen Samstagabend brannte es in Berlin-Neukölln. Der 13. Fall von Brandstiftung in und um die sogenannte Hufeisensiedlung im Süden der Hauptstadt seit Oktober vergangenen Jahres. Am Montag sah die Berliner Polizei zunächst keine Anhaltspunkte für eine politische Motivation. Am Abend dann kam doch die Entscheidung: Der zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) übernimmt die Ermittlungen – eine politische Motivation könne „zumindest nicht ausgeschlossen werden“, so die Polizei zu WELT. Der Grund: In der Umgebung der Hufeisensiedlung im Süden Neuköllns kommt es seit Jahren gehäuft zu rechtsextremen Vorfällen. Zuletzt wurde am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, ein Hakenkreuz an ein Wohnhaus gesprüht, indem eine jüdische Familie wohnt. Zudem wurde eine jüdische Frau in einem Garten mit Reizgas attackiert, wie die Polizei WELT mitteilte. Der Halter des nun betroffenen Autos sei hingegen nicht jüdisch, so die Polizei. (…) „In Anbetracht der Situation vor Ort und den vielfachen Brandstiftungen allein seit Oktober darf man vermuten, dass auch dieser Brand womöglich auf das Konto der Rechtsextremen geht“, sagt Orkan Özdemir von der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus WELT. „Offenbar gibt es ein sehr aktives rechtsextremes Netzwerk vor Ort, welches seit vielen Jahren die Menschen der Hufeisensiedlung und darüber hinaus terrorisiert.“
via welt: Nach rechtsextremer Anschlagsserie – die rätselhaften neuen Brände in Berlin