Unmittelbar vor der russischen Invasion in der Ukraine wurde in den separatistischen “Republiken” im Donbass vor zwei Monaten eine allgemeine Mobilmachung ausgerufen. Bewohner der Region berichten von den Folgen. (…) Es gab wohl nicht genügend Freiwillige, trotz großer Erfolgsberichte der separatistischen und russischen Medien über die Warteschlangen derer, die angeblich “die Unabhängigkeit des Donbass verteidigen” wollten. Schließlich forderte Puschilin jedes Unternehmen in der “Republik” auf, mindestens die Hälfte seiner Arbeitnehmer im wehrpflichtigen Alter für die Mobilmachung freizustellen. Wie die DW erfuhr, kam es daraufhin in den “Volksrepubliken Donezk und Luhansk” zu einer regelrechten “Jagd” auf Männer. “In Luhansk fangen sie Männer und in Donezk nehmen Patrouillen Männer im entsprechenden Alter fest. Als wir einmal in einen Bus stiegen, wurden gerade Bergleute gruppenweise aus ihm herausgeholt”, erzählt die 45-jährige Aleksandra, die in Donezk lebt. (…) Die Mobilmachung bringt die Wirtschaft der Region zum Erliegen. Menschen in Donezk beklagen, dass Läden schließen mussten und im Nahverkehr Fahrer fehlen. Zudem herrsche ein Mangel an Handwerkern. Sogar die männliche Belegschaft der Donezker Philharmonie musste an die Front. Das wurde erst durch den Tod des Pianisten Nikolaj Swjaginzew bekannt, der in der Nähe von Mariupol umkam.
via dw: Krieg und Mobilmachung: Wie der Donbass seine Soldaten rekrutiert