Das Flagschiff der russischen Schwarzmeerflotte wurde wohl schwer beschädigt. Unklar ist bisher, ob es tatsächlich versenkt wurde. Gesunken oder nicht gesunken – das ist die Frage, die Beobachter im Fall des russischen Kriegschiffes “Moskwa” derzeit umtreibt. Sicher ist: Bei einer Explosion Mittwochnacht ist das Schiff im Schwarzen Meer vor der Küste der Ukraine schwer beschädigt worden. Was die Explosion auslöste – ein ukrainischer Angriff oder Selbstverschulden der Besatzung – ist derzeit genauso unklar, wie der genaue Zustand des Schiffes. Hier ein Überblick, was wir wissen und was nicht: Was ist über die Lage auf dem Schiff bekannt? Pentagon-Sprecher John Kirby erklärte bei “CNN” am frühen Donnerstagnachmittag, die “Moskwa” sei nicht gesunken, aber deutlich beschädigt. Die Ukraine hatte zuvor behauptet, das Schiff sei bereits gesunken. Später hieß es aus dem ukrainischen Militär das Schiff sei gekentert und dabei zu sinken. Das russische Verteidigungsministerium stellte es anders dar: Der Brand auf der “Moskwa” sei eingedämmt. Das Kriegsschiff werde nun zum Hafen zurückgeschleppt. Das Feuer sei ausgebrochen, nachdem Munition an Bord des Flaggschiffes der russischen Schwarzmeerflotte explodiert sei. Die Besatzung des Schiffs – rund 500 Männer und Frauen – sei in Sicherheit gebracht worden. (…) Einem Bericht der britischen Royal Navy zufolge blieb die “Moskwa” im Folgenden relativ weit von umkämpften Gebieten wie etwa dem strategisch wichtigen Hafen von Odessa entfernt. Mit Langstreckenraketen an Bord soll sie zur Überwachung und Verteidigung eines großen Gebiets im nördlichen Schwarzen Meer eingesetzt worden sein. Auch für die Sicherung des Luftraums in der Süd- und Ostukraine soll das Schiff eine Rolle gespielt haben. Denkbar wäre also, dass die Ukraine künftig etwas sicherer im dortigen Luftraum operieren kann. Bisher ist völlig unklar, wie es zu dem Vorfall kam. Laut ukrainischen Aussagen wurde das Schiff mit der Anti-Schiffsrakete “Neptun” von Land aus angegriffen. Dabei könnte auch eine Drohne zum Einsatz gekommen sein. Entweder, um die genaue Position des Schiffes durchzugeben oder, um die Verteidigungsanlagen des Schiffes abzulenken. Einem “CNN”-Bericht zufolge wäre es der erste bekannte Einsatz der Anti-Schiffsrakete “Neptun” gegen Russland gewesen. Die Waffe sei auf der Grundlage des sowjetischen Marschflugkörpers KH-35 in der Ukraine entwickelt worden und gehöre seit letztem Jahr zum Arsenal der Streitkräfte.

via tagesspiegel: Explosionen auf der „Moskwa“ – Russland verliert wohl sein wichtigstes Kampfschiff – was bisher bekannt ist

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