In Dortmund war Tom Neubert als gewalttätiger Neonazi und Hooligan bekannt, heute will der Kampfsportler aus der Szene ausgestiegen sein. Fotos zeigen ihn im März mit Uniform und Waffe, angeblich in der Ukraine. Inzwischen sei er wieder in Deutschland – und seine schnelle Rückkehr hat womöglich mit einer Serie brutaler Überfalle an Pädophilen zu tun, die er mithilfe seiner Freundin anlockte. Tom Neuberts angebliche Kriegstour in der Ukraine fiel am Ende erstaunlich kurz aus. Auf Telegram geben zurzeit viele Neonazis an, an die Front reisen zu wollen – und zu kämpfen. Oft bleibt es bei Maulheldentum, wie Belltower.News bereits berichtete. Nicht beim Kampfsportler Tom Neubert, er will nach eigenen Angaben tatsächlich hingefahren sein. Nach ein paar Insta-Stories, in denen Neubert bewaffnet in militärischer Uniform posiert, war es allerdings schnell wieder Schluss mit dem Kriegstourismus. „Ich bin zurück in Deutschland“, schrieb Neubert kurz darauf auf Instagram. „Ich musste mich schweren Herzens schneller für die Rückreise entscheiden“. Dabei sollen „ganz persönliche Hintergründe“ eine Rolle spielen, die er aktuell nicht erläuterten könne. Die Gründe für diese schnelle Rückreise nach Deutschland sind womöglich rund 1.500 Kilometer von Kyjiw (Kiew) entfernt im niedersächsischen Bothel zu finden, einer 2000-Seelen-Gemeinde zwischen Hamburg und Bremen, wo Neubert lebt. Dort vermeldete die Lokalzeitung Weser Kurier am 9. Februar 2022, dass ein 24-jähriger Kampfsportler für sieben Jahre und zwei Monate in Haft muss. Ein brutales „Räuberpärchen“ hat im Internet Freiern Sex gegen Geld versprochen. Doch stattdessen wurden sie geschlagen und ausgeraubt.
Dass Neubert der Beschuldigte ist, gibt er in einem Interview mit dem YouTube-Format „26mintv“ („Der Talk mit Ex-Häftlingen“) Mitte Februar stolz zu. Kaum war das Urteil gefallen, packte er aus: Er und seine damalige Freundin haben im November 2020 „Pädophile angelockt und abgezogen“. „Wir haben im Internet Anzeigen gestellt und uns als Prostituierte ausgeben und mit den Leuten halt gechattet“, so Neubert. Er wollte aber nicht „irgendwelche Leute abziehen“, die es „nicht verdient hätten“ – wie beispielsweise einen „klassischen Familienvater“. Die Mittäterin war Neuberts damalige Freundin. Frisch zusammengezogen wollte das Paar „ein bisschen Geld machen“, erklärt er – wegen finanzieller Probleme. Die beiden gaben sich als 16-jähriges Mädchen aus. Treffpunkt war ein Friedhof, „ein sehr, sehr abgelegener Ort“, beschreibt er. Die 23-jährige Freundin spielte den freundlichen Lockvogel, bevor Neubert vermummt mit Teleskopschlagstock auf die insgesamt drei Opfer losrannte und sie ausraubte. 1000 Euro sollen sie damit erbeutet haben. Vorbild: „Pedo Hunters“ Die Inspiration kam von YouTube: „Wir haben uns gedacht, dass wir so was Ähnliches wie ‚Pedo Hunters‘ machen“, sagt Neubert in Bezug auf die YouTube-Serie des Ex-Bundespolizisten Nick Hein, ebenfalls Kampfsportler, der sich online als 13- bis 16-jährige Mädchen ausgibt, um sich mit erwachsenen Männern zu Sexdates zu verabreden und sie zu konfrontieren
belltower: Tom Neubert – KAMPFSPORTLER, KRIEGSTOURIST, PÄDOPHILENJÄGER