Ein FSB-Offizier erklärt den russischen Krieg gegen die Ukraine für gescheitert. Doch das bedeute längst nicht das Ende des Blutvergießens. Teile des russischen Inlandsgeheimdienstes sehen offenbar so gut wie keine Erfolgschancen für Russland im Krieg gegen die Ukraine. Darauf lässt ein Leak eines Offiziers des Inlandsgeheimdienstes FSB von vergangener Woche schließen. Bei dem Leak handelt es sich um Informationen, die ein FSB-Offizier öffentlich machen will. Der Offizier erklärt die russischen Invasionspläne für gescheitert und prognostiziert einen wirtschaftlichen Zusammenbruch Russlands. Außerdem hält der FSB-Offizier einen internationalen Konflikt für wahrscheinlich – inklusive des Einsatzes von „lokalen“ Atomwaffenschlägen. Das Schreiben wurde am vergangenen Freitag vom Gründer der NGO „Gulag.net“, Vladimir Osechkin, auf Facebook veröffentlicht. Die NGO setzt sich für die Aufklärung von Korruptionsfällen und Folterverbrechen durch den russischen Staat ein. (…) Unabhängig von den Recherchen des Tagesspiegels wurde die Authentizität des Schreibens auch dem Investigativjournalisten Christo Grozev vom Recherchenetzwerk Bellingcat durch Kontakte im russischen Inlandsgeheimdienst bestätigt. Zwei seiner Quellen beim FSB hätten „keine Zweifel“, dass der Text von einem Kollegen verfasst worden sei.
via tagesspiegel: Leak eines russischen Geheimagenten – „Niemand in Russland war auf so einen Krieg vorbereitet“