Wenn etwas anders ist, dreht Robert L. (28) offenbar durch: Im Juni 2016 ging der Zeitarbeiter mit einer abgebrochenen Flasche auf eine Rentner-Gruppe am Altmarkt los. Der Polizei erzählte er später, dass er diese für Ausländer gehalten habe. Am Dienstag musste er dafür vor Gericht. “Wir waren hier zu Besuch auf den Spuren August des Starken, haben dort gemütlich gesessen und etwas getrunken”, sagt Rentner Franz R. (74) aus Hessen. Er und ein Freund hatten dabei einen Panamahut auf dem Kopf. “Auf einmal kam ein Mann von hinten und zerschlug eine Flasche auf dem Tisch.” Diesen Mann erkannte Franz R. auf der Anklagebank wieder. Robert L. wiederum will sich an nichts mehr erinnern, hatte zum Tatzeitpunkt auch weit über zwei Promille. Der Mitreisende Robert Schrader (70) erkannte die Gefahr damals schnell, ging dazwischen: “Ich sah den jungen Mann, wie er dem Franz die zerbrochene Flasche unter das Kinn hielt”, so der Schreinermeister. “Da habe ich einen Stuhl genommen und ihn zwischen den zwei Beinen fixiert.” (…) Auch im Streifenwagen soll er nochmals erwähnt haben, dass zu viele Ausländer ins Land kämen. Passend dazu ist Robert S. vorbestraft, weil er auf der Brühlschen Terrasse den Hitlergruß gezeigt, auf der Prager Straße dazu noch “Sieg Heil!” geschrien hatte.
via tag24: PROZESS IN DRESDEN: NEONAZI GREIFT RENTNER AN, WEIL ER SIE FÜR “AUSLÄNDER” HIELT