AfD-Chef Jörg Meuthen hat den Austritt aus seiner Partei erklärt. Das bestätigte Meuthen WDR, NDR und dem ARD-Hauptstadtstudio. Mit dem Austritt legt Jörg Meuthen auch den Parteivorsitz mit sofortiger Wirkung nieder. Er sei als Parteichef gescheitert, so sein Fazit nach sechs Jahren an der Spitze der AfD. Bereits im Herbst hatte Meuthen angekündigt, nicht mehr für den Vorsitz der Partei kandidieren zu wollen. Meuthen: “Herz der Partei schlägt sehr weit rechts” Teile seiner Partei stehen seiner Meinung nach “nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung”. Er sehe da “ganz klar totalitäre Anklänge”. Damit bezieht er sich auf den formal aufgelösten rechtsextremen Flügel der AfD. “Das Herz der Partei schlägt heute sehr weit rechts und es schlägt eigentlich permanent hoch”, so Meuthen. Gerade in der Corona-Politik habe die AfD etwas Sektenartiges entwickelt. Eine Zukunft für die Partei sehe er nur als ostdeutsche Regionalpartei. “Ich habe versucht, die Partei auf einen Kurs zu bringen, der anders aussieht – damit bin ich gescheitert”, sagte Meuthen im WDR-Interview. (…) Meuthen will auch nach seinem AfD-Austritt politisch aktiv bleiben, sein Mandat als Abgeordneter im Europaparlament in der rechtspopulistischen Fraktion “Identität und Demokratie” will er behalten.

via wdr: Parteichef Jörg Meuthen verlässt die AfD

siehe auch: Die Fehler von Ex-AfD-Chef Jörg Meuthen – Wer Rechtsextremisten hofiert, der verliert. Jörg Meuthen ist mit der Strategie gescheitert, den „Flügel“ in der AfD erst zu umarmen und dann zu bekämpfen. Der Parteiaustritt war zwingend. Ein Kommentar. Nun ist wieder einer weg. Nach Bernd Lucke 2015 und Frauke Petry 2017 verlässt jetzt zum dritten Mal ein Parteichef die AfD. Jörg Meuthen will sich nicht länger mit den vielen Rechtsextremisten in der Partei herumschlagen, ähnlich war es bei Lucke und Petry. Die beiden konnten sich genauso wenig gegen den ultranationalistischen „Flügel“ um den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke durchsetzen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz vollkommen richtig liegt mit der Einstufung der AfD als „Verdachtsfall“ für rechtsextremistische Bestrebungen, hat ihn Meuthen geliefert. (…) Alle drei haben zuerst die rechtsextreme Tendenzen in der Partei geduldet. Meuthen hofierte sogar den „Flügel“ mit einem Auftritt bei dessen „Kyffhäuser-Treffen“ im September 2017. Der „Flügel“ sei ein „integraler Bestandteil unserer Partei“, rief Meuthen und erntete den Jubel der Deutschnationalen. Doch das Appeasement rächte sich wie bei Lucke und Petry. Die Rechtsextremisten in der AfD gewannen weiter an Boden; Langjähriger Parteichef – Meuthen verlässt die AfD. Jörg Meuthen ist aus der AfD ausgetreten und legte damit auch seinen Parteivorsitz mit sofortiger Wirkung nieder. Das bestätigte er WDR, NDR und dem ARD-Hauptstadtstudio. Jörg Meuthen hat den AfD-Vorsitz niedergelegt und ist aus der Partei ausgetreten. Er sprach von einer Niederlage im Machtkampf mit dem formal aufgelösten rechtsextremen Flügel um die Ausrichtung der AfD. Meuthen verband seinen Austritt zudem mit harter Kritik am Zustand seiner Partei: “Das Herz der Partei schlägt heute sehr weit rechts und es schlägt eigentlich permanent hoch.” Er sei als Parteichef mit seinem Einsatz für einen anderen Weg gescheitert, sagte Meuthen. Teile der Partei stünden seiner Meinung nach “nicht auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung”, sagte er. “Ich sehe da ganz klar totalitäre Anklänge”. Gerade in der Corona-Politik habe die AfD etwas Sektenartiges entwickelt. Allenfalls als ostdeutsche Regionalpartei sehe er noch eine Zukunft für die AfD.