Eine Anzeige der AfD in der Frankfurter Rundschau ist an sich schon bemerkenswert. Gleich zwei Hinweise in eigener Sache im Umfeld der Anzeige – eine von Verlagsseite und eine von Seiten der Redaktion – sind allerdings mehr als ungewöhnlich und zeigen, dass die Anzeige sowohl im Verlag als auch bei der traditionell links-liberalen Leserschaft der Frankfurter Traditionszeitung offensichtlich für Irritationen sorgt. In der ganzseitigen Anzeige der AfD-Fraktion im deutschen Bundestag spricht sich die AfD gegen ein Gesetz zur Impfpflicht aus. Die AfD hat sich bekanntlich als einzige Fraktion im deutschen Bundestag klar gegen eine wie auch immer geartete Impfpflicht ausgesprochen. Unter der Anzeige findet sich eine kleingedruckte Anmerkung des Verlags: Über die Annahme beziehungsweise Ablehung einer Anzeige entscheide man immer “unter der Prämisse der redaktionellen Unabhängigkeit”. Man achte bei Anzeigen “auf die Wahrung des Grundrechts zur freien Meinungsäußerung”, sofern Anzeigen nicht gegen “geltendes Recht oder die Grundsätze des Verlags verstoßen”. In diesem Sinne sei die Veröffentlichung der Anzeige der AfD “Teil der geltenden Meinungsfreiheit”. Eine “kritische Bewertung der Inhalte” stehe allen Lesern zu. Offensichtlich ist sich der Verlag also durchaus bewusst, dass eine Anzeige der AfD bei den Lesern der FR nicht auf Gegenliebe stößt. Doch damit nicht genug: Links neben der Anzeige findet sich ein kleiner, in FR-Grün umrandeter redaktioneller Hinweis in eigener Sache: “Die Redaktion distanziert sich von nebenstehender Anzeige. Redaktion und Anzeigenabteilung der FR arbeiten strikt getrennt voneinander.”
via horizont: FRANKFURTER RUNDSCHAU – Redaktion distanziert sich von AfD-Anzeige im eigenen Blatt
siehe auch: Nach provokativer AfD-Anzeige in „Frankfurter Rundschau“: Verlagschef zieht Konsequenzen. Die AfD-Fraktion hat eine Zeitungsanzeige gegen die Impfpflicht in der „Frankfurter Rundschau“ geschaltet. Nachdem sich die Redaktion bereits von der Anzeige distanziert hat, zieht nun der Verlagschef Konsequenzen. Die Anzeige hat unter der links-liberalen Leserschaft für viel Kritik gesorgt. (…) Der Geschäftsführer der Mediengruppe Frankfurt, Max Rempel, zu der die FR gehört, teilte in der Ausgabe vom Freitag mit, dass die FR künftig keine Anzeigen der AfD mehr abdrucken werde. In einem Hinweis in eigener Sache unterstrich er, die FR stehe für eine klare links-liberale Haltung. Rempel nannte die Veröffentlichung der Anzeige einen Fehler und bat um Entschuldigung. Die Anzeige habe für „große Verärgerung in der Leserschaft und in der Redaktion gesorgt“, schrieb Rempel.