In einem Lokalblatt in Bautzen suchen aktuell mehr als 100 im Gesundheitswesen tätige Menschen neue Jobs – so scheint es zumindest auf den ersten Blick. In vielen der Anzeigen steht, dass wegen der berufsbezogenen Corona-Impfpflicht ab März ein neuer “Wirkungskreis” gesucht werde. Zudem wird in vielen Inseraten wohl bewusst betont, dass der- oder diejenige ungeimpft sei. Mal steht dort eine Telefonnummer, mal eine Chiffre, mal eine Mailadresse. Der RBB-Reporter Andreas Rausch hat die Seite mit den vielen angeblichen Jobgesuchen bei Twitter veröffentlicht und sich ans Telefonieren gemacht (die übrigens auch online zu finden sind.). Ergebnis: Nicht einer der Jobsuchenden war zu erreichen. Ein Mann ging zudem ans Mobiltelefon einer angeblichen examinierten Krankenschwester. (…) Wie schon Andreas Rausch und viele Menschen auf Twitter zurecht bezweifeln, bin auch ich mir sicher: Unwahrscheinlich, dass da jemand tatsächlich einen Job sucht und dann nicht rangeht oder sich bei der Telefonnummer vertan hat. Zumal die Jobsuche per Zeitungsanzeige doch wirklich überholt scheint. Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass es sich hier um eine womöglich koordinierte Aktion handelt, um eine befürchtete “Impfflucht” von Hebammen, Pflegekräften, Krankenpersonal und Co. zu suggerieren.
via ntv: Ungeimpfte Pflegekräfte auf Jobsuche?
siehe auch: Anzeigen-Flut der Impfgegner: Wer steckt dahinter? Im Anzeigenteil des Fränkischen Tag suchen an diesem Samstag mehr als 50 ungeimpfte Pflegekräfte nach neuen Berufen. Ungewöhnlich viele ungeimpfte Pflegekräfte suchen im Fränkischen Tag nach neuen Jobs. Spuren führen zur Bamberger Protestbewegung “Stay Awake”; Ungeimpfte im Gesundheitswesen – Mehr als 100 Stellengesuche in Anzeigenblatt: “Ich dachte, das ist ja krass…”. Gibt es eine Flucht von Ungeimpften im Gesundheitswesen? Andreas Rausch hat mehr als 100 vermeintliche Stellengesuche in einem Bautzener Anzeigenblatt gefunden. Und versucht, die Menschen dahinter zu sprechen – beziehungsweise erst mal zu finden. (…) Alle eint vorgeblich die gleiche Not: Sie suchen einen neuen Job, weil ihnen ihr eigener zum 16. März verloren geht. Denn sie sind, das schreiben sie in Teilen in Versalien oder zumindest fett hervorgehoben, ungeimpft. Ich mache ein Foto und veröffentliche das auf Twitter. Es scheint mir einen Trend zu bestätigen, die bevorstehende Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich hatte uns in der aktuellen Redaktion Cottbus erst vor ein paar Tagen intensiver beschäftigt. Da ging es um einen teilweisen Aufnahmestopp in der Altenpflege, weil manche Heime schon jetzt unter zu wenig Personal leiden und durch den Exodus der Ungeimpften, deren genaue Zahl niemand kennt zum jetzigen Zeitpunkt, die Pflege und Betreuung der Patienten nicht mehr gewährleistet wäre.
siehe dazu auch: „Krankenschwester, ungeimpft, sucht neue Arbeitsstelle“: Flut an Stellengesuchen wirft Fragen auf (13.01.2022). In Rosenheim (Bayern) wurden innerhalb eines Tages rund 20 Stellengesuche von ungeimpften Krankenschwestern und Pflegekräfte aufgegeben. Sowohl Sprache als auch Adressen ähneln sich stark. Wie echt sind die Anzeigen? „Krankenschwester, ungeimpft, mit langjähriger Berufserfahrung sucht eine neue Arbeitsstelle.“ In der Region Rosenheim in Bayern wurden am Mittwoch rund 20 Stellengesuche in ähnlicher Form in der Printausgabe der Tageszeitung „Oberbayrisches Volksblatt“ (OVB) aufgegeben. Allen gemein war der Status „ungeimpft“ sowie der Beruf als Krankenschwester, Stationssekretär oder Pflegekraft. (…) Die fast identische Aufmachung der Stellengesuche lässt trotzdem Zweifel an der Echtheit aufkommen. Domingo Herber, Gewerkschaftssekretär der Verdi im Fachbereich Gesundheit im Bezirk Rosenheim, erklärte im Gespräch mit dem OVB (Print/Donnerstag), er vermute, dass es sich um Fälschungen „oder zumindest eine koordinierte Aktion“ handelt.