Die Frankfurter Buchmesse muss sich erneut mit Extremismus-Anschuldigungen beschäftigen, mehrere Autorinnen haben ihre Teilnahme abgesagt. Aber: Wer ist eigentlich dieser Philip Stein vom “Jungeuropa”-Verlag, der Anlass für die Kontroverse ist? Mit einer großen Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit hat die Frankfurter Buchmesse begonnen. Nachdem die Autorin Jasmina Kuhnke ihren Auftritt abgesagt hatte, zogen weitere Autorinnen nach. Grund dafür ist die Anwesenheit des rechten “Jungeuropa”-Verlags. Während die Buchmesse auf die Meinungsfreiheit verweist, sieht Kuhnke sich selbst in Gefahr. Auch ihr Verlag Rowohlt sagt: Das Recht auf Meinungsfreiheit “stoße an seine Grenzen, wenn die Sicherheit und die Grundrechte anderer bedroht werden”. Boykott auf Frankfurter Buchmesse: Was ist dieser “Jungeuropa”-Verlag? In führender Position beim “Jungeuropa”-Verlag ist Philip Stein. Er kann mit Fug und Recht als Rechtsradikaler bezeichnet werden. Er selbst würde das auch tun, wie er der “Zeit” sagte, als diese ihn 2017 nach seiner politischen Ausrichtung fragte. Der Begriff sei zwar “so vorbelastet”, formulierte Stein damals, weil man sofort an Skinheads denken würde. Aber: “Faktisch sind das ja radikale rechte Positionen, die wir einnehmen.”
Der Verfassungsschutz sieht das ähnlich. Im aktuellen Bericht des Bundesamtes wird der Verein “Ein Prozent”, dem Stein neben seiner Verlegertätigkeit vorsteht, als Verdachtsfall aufgeführt. Unter anderem, weil er Migranten in seinen Kampagnen pauschal herabwürdige. Recherchen von t-online belegten auch Spuren zum Netzwerk im Fall der bundesweiten Plakatkampagne gegen die Grünen. Verbindungen zur “Identitären Bewegung Deutschland” “Ein Prozent” heißt die Organisation, weil sie davon ausgeht, dass die Unterstützung eben dieses Anteils der Deutschen ausreiche, um eine grundsätzliche “patriotische Wende” im Land herbeizuführen. Mitgegründet wurde “Ein Prozent” von Götz Kubitschek und Jürgen Elsässer: der eine Chefredakteur der Querfront-Zeitschrift “Compact”, der andere Lenker der neurechten Denkfabrik “Institut für Staatspolitik” – und beide ebenfalls als Verdachtsfälle vom Verfassungsschutz aufgelistet.
via t-online: Wer verbirgt sich hinter dem rechten “Jungeuropa”-Verlag?