Der Verlag Axel Springer hat “Bild”-Chefredakteur Reichelt von dessen Aufgaben entbunden. Er habe “auch nach Abschluss des Compliance-Verfahrens Privates und Berufliches nicht klar getrennt” und darüber die Unwahrheit gesagt. Mit sofortiger Wirkung hat der Medienkonzern Axel Springer “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt von dessen Aufgaben entbunden. Als Folge von Medienrecherchen habe das Unternehmen in den vergangenen Tagen neue Erkenntnisse über das aktuelle Verhalten Reichelts gewonnen, heißt es in einer Mitteilung. (…) Seit Anfang März standen Vorwürfe des Machtmissbrauchs gegen Reichelt im Raum. Damals hatte der “Spiegel” berichtet, dass rund ein halbes Dutzend Mitarbeiterinnen dem Medienhaus Vorfälle aus den vergangenen Jahren angezeigt hätten. (…) Die “New York Times” hatte nun am Wochenende einen langen Bericht über Axel Springer auch mit Blick auf die Pläne zur Übernahme der US-Mediengruppe Politico veröffentlicht. In dem Artikel ging es auch um Reichelt und die im Frühjahr erstmals öffentlich bekannt gewordenen Vorwürfe gegen ihn. Die Zeitung verwies zudem auf bislang nicht veröffentlichte monatelange Recherchen eines Investigativ-Teams der Ippen-Mediengruppe. Erst heute wurde bekannt, dass die Spitze der Ippen-Gruppe die für Sonntag geplante Berichterstattung zu vermeintlichem Machtmissbrauch bei Axel Springer gestoppt hatte. Das Ippen-Investigativteam protestierte dagegen.

via tagesschau: “Bild”-Chefredakteur – Reichelt von Aufgaben entbunden

siehe auch: Möglicher Machtmissbrauch – Ippen-Verlag verhindert Veröffentlichung von Recherche über »Bild«-Chef Reichelt. Journalisten des Ippen-Verlags wollten über neue Erkenntnisse zu einem möglichen Machtmissbrauch durch »Bild«-Chefredakteur Reichelt berichten. Doch ihr eigener Verleger stoppte sie. Neue Erkenntnisse über einen möglichen Machtmissbrauch gegenüber Frauen beim Springer-Verlag sorgen für Unruhe in dem Berliner Medienkonzern – und in anderen Verlagshäusern. Nach dem Beschluss des Verlegers Dirk Ippen, Recherchen des hauseigenen Investigativteams über Missstände bei der »Bild« und im Hause Springer in seinen Publikationen nicht zu veröffentlichen, gehen die Rechercheure des Ippen-Verlags auf die Barrikaden.

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