Die Zahlen sind alarmierend. Wie die Grünen herausgefunden haben, nimmt die Zahl von Übergriffen gegen Impfzentren ebenso zu wie die Zahl der “Straftaten im Zusammenhang mit Corona”. Als ein mutmaßlicher Coronaleugner einen 20-jährigen Kassierer in einer Tankstelle ermordet hat, nur weil er ihn an die Maskenpflicht erinnert hatte, war der Aufschrei groß. Doch die Gefahr ist nicht neu: Die Zahl der Übergriffe etwa gegen Impfzentren steigt stetig, ebenso wie grundsätzlich Straftaten rund um Corona. Die Grünen im Landtag wollten vom Innenministerium wissen, wie sich die Lage entwickelt, insbesondere seit Jahresbeginn. Die Antwort von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist eindeutig, obwohl ihm noch nicht alle Zahlen vorliegen. Erst im Februar kommenden Jahres könne er eine verlässliche Auskunft geben, schreibt sein Ministerium in seinem Namen. Mindestens 22 Anschläge Doch auch die vorläufige Auskunft hat es in sich. Zwischen Dezember 2020 und Mitte September diesen Jahres verzeichnete die Polizei 56 Straftaten rund um die Impfzentren. Deren Zahl lag auf dem Höhepunkt der Impfaktionen bei rund hundert. Inzwischen sind etliche der Einrichtungen geschlossen. Laut Innenministerium handelte es sich in 22 Fällen um Sachbeschädigungen, in weiteren 16 um Diebstähle. Dazu kommen in diesem Jahr weitere 922 Straftaten, die das Landeskriminalamt erfasst und mit der Corona-Pandemie in Verbindung gebracht hat. In 51 Fällen handelte es sich um Gewaltdelikte. Im Schnitt über hundert Straftaten pro Monat, “das ist erschreckend viel”, sagt Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Mit 56 Straftaten gegen Impfzentren sei Bayern überdies “im Bundesvergleich trauriger Spitzenreiter”. Schulze fordert, dass “die Söder-Regierung endlich die zunehmende Radikalisierung von Teilen der Corona-Leugner-Szene und der Querdenker-Bewegung entschieden” entgegentrete.
via nordbayern: Bayern trauriger Spitzenreiter – Gewalttätige Impfgegner und Coronaleugner: Angriffe nehmen zu