Urlaub im Golfresort, Mietwagen und andere Gefälligkeiten: Alice Weidel hat nach Recherchen von NDR, WDR und der “Zeit” offenbar jahrelang von Zuwendungen eines Politikberaters profitiert.Von Sebastian Pittelkow und Katja Riedel, NDR/WDRDie Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl, Alice Weidel, hat offenbar mehrere Jahre lang von Zuwendungen, Ratschlägen und Gefälligkeiten des Berliner Unternehmers und umstrittenen Politiknetzwerkers Friedel Opitz profitiert. Das versichert Opitz eidesstattlich – und das belegen auch zahlreiche Dokumente, die NDR, WDR und der “Zeit” vorliegen. Er habe Weidel als deren Berater “monetär und strategisch unterstützt”, so Opitz.Demnach will er Sachleistungen in Höhe von rund 10.000 Euro für Weidel übernommen haben, nur einen Teil soll sie zurückgezahlt haben. Es geht dabei um Mietwagen, Tablets und Smartphones, die Opitz Weidel zur Verfügung gestellt hatte. Manche dieser mutmaßlichen Zuwendungen könnte Weidel auch bei ihrer politischen Arbeit genutzt haben – andere hingegen waren privat. So buchte Opitz für Weidel, ihre Frau und Kinder im Frühjahr 2018 ein Hotelzimmer in einem noblen Golfresort auf Mallorca und übernahm die Kosten in Höhe von mehr als 3500 Euro. Gemeinsam verbrachte man offenbar fröhliche Tage auf der Mittelmeerinsel. Opitz feierte dort auch seinen Geburtstag. Zahlreiche Fotos zeigen eine entspannte Atmosphäre. Später habe er Weidel diesen Aufenthalt privat in Rechnung gestellt. “Die Zahlung der in Rechnung gestellten Beträge für die Mallorca-Reise in 2018 ist bis heute nicht erfolgt”, so versichert es Opitz eidesstattlich.Auf Anfrage teilte Weidel zunächst mit, dass sie ihm “nichts schuldig geblieben” sei. Später präzisierte ein Sprecher, dass sie und ihre Lebensgefährtin Opitz vor Ort Geld in bar vorgestreckt hätten, weil dessen Bankkarte nicht funktioniert habe. Eine eidesstattliche Versicherung wollte sie ihrerseits nicht abgeben. Opitz bestreitet dies vehement. Pikant ist die Angelegenheit auch deshalb, weil Alice Weidel Politikberater Opitz kurz vor der Mallorca-Reise angeboten hatte, für sie offiziell als strategischer Berater im Bundestag zu arbeiten, bezahlt also aus öffentlichen Geldern. In einer E-Mail der damaligen Büroleiterin Weidels heißt es vier Tage vor der Abreise, ein Mitarbeitervertrag sei “noch in der Ausarbeitung”. In dem Zusammenhang sendete die Weidel-Mitarbeiterin Opitz bereits einen Entwurf für dessen künftige Bundestags-Visitenkarten. Ein Kartensatz, in dem Opitz als “strategischer Berater von Alice Weidel” bezeichnet wird, wurde dann auch gedruckt. (…) Lediglich eine Rückerstattung Weidels ist aktenkundig: 1892,10 Euro überwies sie ausgerechnet von ihrem Wahlkampf-Sonderkonto des AfD-Kreisverbands Bodenseekreis an Opitz‘ Firma. Über diese Überweisung hatten auch der “Spiegel” , das Recherchebüro Correctiv und das ARD-Magazin Kontraste berichtet. Es ist jenes Konto, auf das Weidel eine nach Ansicht der Bundestagsverwaltung illegale Parteispende über 132.000 Euro für ihren persönlichen Bundestagswahlkampf 2017 erhalten hatte.
via tagesschau: Berateraffäre der AfD – Ein problematisches Verhältnis
siehe dazu auch: Geld »retourniert« – Weidels AfD-Kreisverband bezahlte umstrittenen Berater. 2020 bestritt Alice Weidel, der Geschäftsmann Friedel Opitz sei für sie tätig gewesen. Nun belegen Kontounterlagen: Ihr AfD-Kreisverband überwies dem umstrittenen Berater rund 1900 Euro. Der Kreisverband von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat Geld an einen umstrittenen Politikberater überwiesen. Das geht aus Kontounterlagen hervor, die dem Recherchezentrum Correctiv, dem ARD-Politikmagazin »Kontraste« und dem SPIEGEL vorliegen. Demnach flossen von einem AfD-Wahlkampfkonto, auf dem auch illegale Spenden aus der Schweiz eingingen, im Oktober 2017 rund 1900 Euro an den Berliner Geschäftsmann Friedel Opitz. Opitz tritt unter anderem als Experte für »Krisenmanagement« auf und verfügte über Bundestagsvisitenkarten, die ihn als »Strategischen Berater« Weidels auswiesen. Wiederholt war er im Visier der Justiz: Im Februar klagte ihn die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen Betrug an, es geht um fragwürdige Fahrzeugfinanzierungen.