Die GLS-Bank bewirbt sich als besonders ethisch, bietet aber dem Verschwörungs­ideologen Ken Jebsen ein Konto – und beantwortet dazu keine Fragen. Mit ihrem ethischen Anspruch wirbt die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS) gern auf allen Kanälen. „Geld ist für die Menschen da“, lautet der Hauptwerbespruch des Kreditinstituts mit Hauptsitz in Bochum. Offensiv wirbt die Bank mit von ihr finanzierten Projekten etwa aus den Bereichen Ökolandwirtschaft, erneuerbare Energien oder klimaneutrales Bauen. „Ausschließlich sozial und ökologisch“ wirke die Eröffnung eines Kontos bei der GLS, verspricht die Bank auch in den Schaufenstern ihrer Geschäftsstellen – ein Kontowechsel sei schlicht eine Frage der „Haltung“. Wenig Haltung zeigt die Bank dagegen bei einem ihrer bekanntesten Kunden: Ausgerechnet dem Verschwörungstheoretiker und Coronaleugner Ken Jebsen bietet die GLS eine Geschäftsverbindung. Jebsen, dessen Sendung „KenFM“ nach Antisemitismusvorwürfen schon 2011 aus dem Radioprogramm des RBB geworfen wurde und der seitdem im Internet weitermacht, bittet offensiv um Spenden für sein wirres Nachrichtenportal – am besten sei ein „monatlicher Dauerauftrag“ auf ein Konto bei der GLS, heißt es auf seiner Website. (…) Umso unverständlicher bleibt, dass ausgerechnet die ökosoziale GLS Jebsen Unterstützung bietet. Zwar gibt es daran in Netzwerken wie Twitter schon seit Monaten Kritik, zwar bestätigt ein Banksprecher das Bestehen der Kontoverbindung. Warum diese nicht gekündigt wird, bleibt dagegen offen: Einen zehn Punkte umfassenden Fragenkatalog der taz ließ das Kreditinstitut trotz mehrfacher Nachfrage unbeantwortet: „Zu dem Sachverhalt äußern wir uns nicht“, heißt es aus der GLS-Zentrale lediglich.

via taz: GLS-Konto für Ken Jebsen: Auch zum Coronaleugner sozial