NS-Losung verwendet?: Staatsanwaltschaft prüft offenbar Rede bei Gründung der AfD-Jugendorganisation

Die Generation Deutschland tritt die Nachfolge der Jungen Alternative an. Doch bereits beim Gründungstreffen kam es zu einem Vorfall, der strafrechtlich relevant sein könnte. Wegen eines möglicherweise strafbaren Vorfalls beim Gründungstreffen der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland soll die Staatsanwaltschaft Gießen Ermittlungen aufgenommen haben. Dem „Spiegel“ zufolge wird geprüft, ob ein Redner eine Losung verwendet hat, die strafrechtlich relevant sein könnte – weil sie aus der Zeit des Nationalsozialismus stammt. Der schleswig-holsteinische AfD-Politiker Kevin Dorow sagte bei seiner Bewerbungsrede für einen Vorstandsposten: „Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein.“ Der Ausspruch war ursprünglich in der Bündischen Jugend verbreitet, bevor ihn die NS-Organisation Hitlerjugend für sich vereinnahmte, heißt es in dem Bericht. Auch der Thüringer AfD-Chef Höcke hatte die Formulierung im August bei X geteilt, den Beitrag aber anschließend gelöscht. Gegenüber dem „Spiegel“ erklärte er, der Satz stamme nicht ursprünglich aus der NS-Zeit, sei aber von der Hitlerjugend übernommen und teilweise missbraucht worden.

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siehe auch: Generation Deutschland Staatsanwaltschaft prüft Hitlerjugend-Spruch auf AfD-Jugendkongress Beim Parteitag der neuen AfD-Jugend hat ein Funktionär eine Maxime verbreitet, die einst auch die Hitlerjugend nutzte. Nun droht ihm Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Gießen prüft nach SPIEGEL-Informationen eine mögliche Straftat während der Gründung der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland. Es geht um die Verwendung einer Maxime, die einst auch von der Hitlerjugend verwendet wurde. Der schleswig-holsteinische AfD-Jungpolitiker Kevin Dorow sagte bei seiner Bewerbungsrede für den Vorstand der Organisation: »Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein«. »Die Formel galt als Gemeingut innerhalb der sogenannten Bündischen Jugend. Später übernahm die Hitlerjugend den Leitsatz. Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Höcke hatte den Slogan im August ebenfalls verbreitet, löschte seinen Post bei X aber später wieder, wie die »Welt« berichtete. Dem SPIEGEL teilte er mit, der Satz gehe nicht originär auf den Nationalsozialismus zurück, auch die Hitlerjugend hätte ihn aufgegriffen und stellenweise missbraucht. Die zwischenzeitliche Löschung des Beitrags sei ausschließlich erfolgt, um möglichen Missinterpretationen vorzubeugen. Das Landgericht Halle hatte Höcke bereits zweimal zu Geldstrafen verurteilt – der Grund war die Verwendung der SA-Parole »Alles für Deutschland«. Nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuchs kann mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen belegt werden, wer etwa Parolen oder Grußformen von NS-Organisationen öffentlich verwendet; Wegen Hitlerjugend-Parole : Ermittlungen gegen AfD-Jungpolitiker. Gegen den schleswig-holsteinischen AfD-Jungpolitiker Kevin Dorow (27) sind Ermittlungen wegen seiner Äußerungen auf dem Parteitag der AfD-Jugend in Gießen eingeleitet worden. Das berichtet der Spiegel. Demnach prüfe die Staatsanwaltschaft Gießen (Hessen) eine mögliche Straftat. Dorow hatte während der Gründung der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ eine Parole der Hitlerjugend wiedergegeben. Dorow ist Mitglied im schleswig-holsteinischen AfD-Landesvorstand und seit dem Gründungsparteitag im Bundesvorstand bei der „Generation Deutschland“. Leitsatz der Hitlerjugend In seiner Bewerbungsrede sagte er: „Wie es Björn Höcke vor wenigen Monaten rezitiert hat, Jugend muss durch Jugend geführt werden, und dieses Prinzip muss unser Leitstern sein.“ Die Hitlerjugend hatte diesen Leitsatz propagiert.

Aussage vor dem OLG Frankfurt Hein­rich XIII. Prinz Reuß sieht sich nicht als “Ter­r­o­rist”

Beim Strafprozess gegen mutmaßliche Reichsbürger spricht Heinrich XIII. Prinz Reuß vor dem OLG Frankfurt. Er schildert auch, wie er aus seiner Sicht belogen wurde. Heinrich XIII. Prinz Reuß hat im Prozess um die mutmaßliche Reichsbürger-Gruppe jegliche Umsturzpläne von sich gewiesen. “Ich bin kein Terrorist und habe keine Terrorakte geplant. Ich war kein Terrorist und werde auch keiner sein”, sagte er vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt. “Ich bin auch in meinem Verständnis nie einer Terrorgruppe beigetreten. Den Rädelsführer Reuß gibt es daher nicht”. Ausführlich erklärte Reuß einige Punkte der Anklage aus seiner Sicht. So berichtete er unter anderem über die sogenannten Ratstreffen der Vereinigung. In diesen sei nie von der Erstürmung des Reichstags die Rede gewesen. “Ich habe als Hausherr lediglich moderiert”, sagte er. Diese Treffen seien ein Gesprächskreis intellektueller Personen mit wechselnden Themen gewesen. Dort sei auch wiederholt über die sogenannte Allianz gesprochen worden. Reuß sagte, es sei immer wieder über deren Existenz diskutiert und Beweise dafür gefordert worden. Die Gruppe ist nach Ansicht des Generalbundesanwalts (GBA) und auch nach Angaben von Angeklagten im Verfahren davon ausgegangen, dass ein Systemwechsel in Deutschland bevorstehe. Der Umsturz sollte von einem fiktiven, angeblich globalen Militärbündnis namens “Allianz” oder “Erdallianz” ausgelöst werden. Reuß sagte dazu: “Mir ist inzwischen klar, dass alles irreal gewesen ist.” Irgendwann sei er sicher gewesen, “dass es die Allianz nicht gab und dass ich und auch andere hier Angeklagte regelrecht belogen wurden”. Vorwurf der Umsturzpläne Die Bundesanwaltschaft wirft den insgesamt neun in Frankfurt Angeklagten vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein beziehungsweise diese unterstützt zu haben. Ziel sei es gewesen, die bestehende Staatsordnung gewaltsam zu beseitigen und durch eine eigene, bereits in Grundzügen ausgearbeitete Staatsform zu ersetzen. Von einem Umsturz distanzierte sich Reuß während seiner knapp zweistündigen Erklärung mehrmals. “Ein gewaltsamer militärischer Staatsstreich wurde durch mich niemals initiiert, geplant, angedacht oder finanziert”, betonte er. Er sei nie ein Anführer gewesen und strikter Gegner von Gewalt. Die Anklage geht zudem von einem militärischen Arm und der Bildung von Heimatschutzkompanien aus, mit diesen hat Reuß nach eigenen Worten nur “am Rande zu tun gehabt”, diese hätten ihn auch nicht interessiert. Reuß schildert ersten Kontakt Reuß machte darüber hinaus Angaben zu seinem ersten Kontakt zu Mitgliedern der mutmaßlichen Gruppe. So sei ihm bei einem aus seiner Sicht geschäftlichen Treffen in Dresden im Jahr 2021 der Kontakt zu dem in Frankfurt Mitangeklagten Maximilian Eder hergestellt worden.

via lto: Aussage vor dem OLG Frankfurt Hein­rich XIII. Prinz Reuß sieht sich nicht als “Ter­r­o­rist”

Ransbach-Baumbach: Interview mit AfD-Stadtrat sorgt bundesweit für Schlagzeilen

Der mittlerweile ehemalige kommunale Mandatsträger Jo Meurer, der bis vor kurzem für die AfD im Stadtrat Ransbach-Baumbach saß, hat sich in einem Interview mit der “Hessencam” öffentlich unter anderem islamfeindlich und gewaltverherrlichend geäußert. Das Youtube-Video sorgt aktuell weit über den Westerwald hinaus für Aufsehen. Eigentlich sollte am Sonntag (7. Dezember) der Bürgerdialog mit der AfD-Bundestagsabgeordneten in der Stadthalle Ransbach-Baumbach im Zentrum des politischen Austauschs stehen. Stattdessen ist mittlerweile jedoch Jo Meurer in den Fokus gerutscht. Meurer saß bis vor wenigen Tagen noch für die AfD im Stadtrat von Ransbach-Baumbach. Im Kontext der AfD-Veranstaltung am Sonntag hatte er ebenfalls einen Auftritt – allerdings nicht auf der Bühne des Bürgerdialogs, sondern vor der Kamera des Youtube-Formats “Hessencam” vor der Stadthalle. Hier äußerte sich Meurer öffentlich islamfeindlich, Ausländern gegenüber abwertend und gewaltverherrlichend; zudem ließ er Zweifel am Tod von sechs Millionen Juden während des Holocausts anklingen. Das Interview wurde auf Youtube tausendfach angesehen, kommentiert und geteilt. Auch in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram macht das Video die Runde. Es zeige “das wahre Gesicht der AfD”, heißt es beispielsweise in einem Youtube-Kommentar. Im Interview erfährt man unter anderem, dass Meurer ehemaliger Lehrer und seit neun Jahren AfD-Mitglied ist. Dass er seine Schüler bis ins zehnte Schuljahr verprügelt hat (“der Direktor wusste das”), seine Enkelin ebenfalls. Moslems seien “primitiv” und “behindert durch Inzucht”. Über die Intelligenz von Afrikanern äußert er sich pauschal abfällig und er zitiert einen Autor, der schreibt, die Juden haben den Holocaust industrialisiert, es habe keine sechs Millionen Tote gegeben. Von der deutschen Erinnerungskultur hält er nichts und vom Klimawandel sowieso nicht. Rund 40 Minuten lang kann man Meurers Ausführungen zuhören. Auffällig ist dabei, wie er als kommunaler Mandatsträger und Stadtrat seine Aussagen öffentlich vertritt.

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Justiz ermittelt wegen Fahrerflucht: Hat ein AfD-Politiker das Auto eines CDU-Mannes gerammt?

Scheinwerfer kaputt, Kotflügel zerschrammt. In Lichtenberg wird der Wagen eines Bezirksverordneten beschädigt, ermittelt wird gegen einen AfD-Vertreter. Berlins Staatsanwaltschaft ermittelt im Lichtenberger Politikkosmos – mal wieder, könnte man sagen. Aktuell geht es nach Tagesspiegel-Informationen um das beschädigte Auto eines CDU-Politikers, heftige Kratzspuren am Wagen eines AfD-Mannes und eine mutmaßliche Fahrerflucht. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, die Polizei habe ermittelt und das Verfahren nun an die Justiz gegeben. Der AfD-Bezirksverordnete Dietmar Drewes wird verdächtigt, mit seinem Mercedes an einem Septemberabend dieses Jahres den Audi des Christdemokraten Mike Krüger gerammt zu haben: Beim Rangieren auf dem Parkplatz am Rathaus Lichtenberg soll Drewes, so der Verdacht, Kotflügel, Stoßstange und Scheinwerfer beschädigt haben, insgesamt fast 6000 Euro Schaden. Gesehen hat den Vorfall offenbar niemand. Einige Tage nach dieser Episode aber bemerkten Beobachter den am Rathaus geparkten Mercedes des AfD-Mannes Drewes: Gut sichtbar waren Schrammen an der Seite seines Wagens, zudem dunkler Gummi-Abrieb. Ermittelt wird nun wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort, der Aktenlage zufolge ist Drewes verdächtig. Das üblicherweise Fahrerflucht genannte Delikt wird nach Paragraf 142 Strafgesetzbuch mit Geld-, im schlimmsten Fall auch mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet. Dazu kommen oft Punkte in Flensburg und mögliche Fahrverbote, abhängig von der Schwere des Falls.

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Geld für AfD-Frau? Was wirklich hinter dem Streit um die „Feuerzangenbowle“ steckt

Fragt man Studierende der Uni Göttingen, ist kein Film so kultig wie „Die Feuerzangenbowle“. Doch über dem auf den ersten Blick unschuldigen Film schweben zwei Schatten. An anderen Unikinos wurde die „Feuerzangenbowle“ deshalb aus dem Programm genommen – in Göttingen ist der Hype ungebrochen. Irgendwann in den 70er-Jahren wechselt die „Feuerzangenbowle“ in Göttingen den Besitzer. Eine junge Studentin, engagiert im Uni-Kino, beweist Geschäftssinn: Sie erwirbt von der Kirch-Gruppe durch „einige tolle Wegbegleiter und Glück“, wie sie heute sagt, die Kino-Aufführungsrechte für den schon damals kultigen Heinz-Rühmann-Film über Hans Pfeiffer (mit drei f, eins vorm ei, zwei hinterm ei), der als erfolgreicher Schriftsteller noch einmal die Schulbank drückt. An diesem Donnerstag läuft „Die Feuerzangenbowle“ wieder im Göttinger Uni-Kino. Zu Hunderten gehen die Eintrittskarten im Vorverkauf im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) weg. Jede von ihnen bringt Cornelia Meyer zur Heyde, der Studentin von damals, Geld ein. Und damit schwebt ein zweiter Schatten über der legendären Vorführung in den Hörsälen der Georg-August-Universität. „In meinem Ein-Mann-Betrieb entscheide ich das kraft souveräner Willkür“, soll Meyer zur Heyde einmal auf die Frage gesagt haben, wem sie die Aufführung der „Feuerzangenbowle“ erlaube. Ihr „Goldie-Filmverleih“ verleiht genau einen Film. Und den nicht an alle: Wiederholt untersagte Meyer zur Heyde Aufführungen, für die eine kritische Einordnung des Films, der schließlich 1943/44 im nationalsozialistischen Deutschland entstand, vorgesehen war. Das war über viele Jahre ein selten größer diskutiertes Problem. Doch zwei Dinge haben das in der jüngeren Vergangenheit geändert: Das Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, Werke in ihren Entstehungskontext einzuordnen, wurde sehr viel größer. Und Cornelia Meyer zur Heyde wurde AfD-Mitglied. Immer mehr vor allem studentische Organisationen entschieden deshalb in den vergangenen Jahren, die „Feuerzangenbowle“ nicht mehr zu zeigen.

via göttinger tageblatt: Geld für AfD-Frau? Was wirklich hinter dem Streit um die „Feuerzangenbowle“ steckt

Prunk, Pathos, Patriotismus: Der tschetschenische Krieger der AfD

In einer hannoverischen Prunk-Villa inszeniert sich der AfD-Mann Noah Krieger als patriotischer Macher. Gleichzeitig unterhält er Beziehungen zum Clan von „Putins Bluthund“. Was hat er vor? von Alexej Hock , Martin Böhmer 09. Dezember 2025 In Hannover ist Noah Krieger für die AfD aktiv und hat mit seiner Firma eine Prunk-Villa bezogen. Gleichzeitig unterhält er Verbindungen nach Tschetschenien – was hat er in Deutschland vor?Collage: Ivo Mayr / CORRECTIV Fotos: Marco Kemp & picture alliance Das Wichtigste in Kürze „Deutschland über alles“, schreibt Noah Krieger zu einem seiner Instagram-Beiträge – die erste Zeile des durch die NS-Zeit belasteten Deutschlandlieds. Das Bild zum Post zeigt fünf Männer vor einer Deutschland-Flagge im Prunk einer Villa, einer von ihnen stützt ein Schwert auf seine Schulter. Dazu ein Sammelsurium der AfD-Vokabeln: Treue, Stärke, Kampf, Ehre, Vaterland. Unter andere Posts schreibt Noah Krieger die Losung „Gott mit uns“, die auch die Wehrmacht nutzte, in einem weiteren Video schießt er mit einem Sturmgewehr in der Schießanlage. Der gebürtige Tschetschene will dem Land, in das er gezogen ist, etwas zurückgeben – so kann man seine Posts verstehen. Er engagiert sich seit einigen Monaten öffentlich aktiv in der Hannoveraner AfD. Mit seinem martialischen Auftreten und den scharfen Aussagen überbietet Krieger viele der bekanntesten radikalen Vertreter der Partei. Mit knapp 440.000 Followern dürfte er auch einer der reichweitenstärksten Influencer der Partei sein. Doch für Beobachter kommt Kriegers Auftritt in der Öffentlichkeit überraschend. Recherchen von CORRECTIV und iStories zeigen, dass vieles an dem Pathos und den Hochglanzfotos bloß Fassade ist. Dahinter verbergen sich Verbindungen zu Gefolgsleuten des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow, dessen Herrschaft von schweren Menschenrechtsverletzungen wie Folter geprägt ist und dessen Kämpfer für Putin in den Ukraine-Krieg zogen.

via correctiv. Prunk, Pathos, Patriotismus: Der tschetschenische Krieger der AfD

Rassistisch beleidigt und Gewalt angewendet: Polizist verurteilt – #polizeiproblem #polizeigewalt

Wegen Nötigung im Amt ist ein Polizist zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Beamte aus Gifhorn hat bei einer Abschiebung einen Mann rassistisch beleidigt und unverhältnismäßige Gewalt angewendet. Zu der neunmonatigen Bewährungsstrafe kommt noch eine Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro hinzu. Das Amtsgericht in Gifhorn sah es als strafmildernd an, dass der 41-Jährige größtenteils die Vorwürfe der Nötigung im Amt eingeräumt hatte. Strafverschärfend wurde dem Angeklagten den Angaben nach hingegen ausgelegt, dass er sich nicht mehr an Details habe erinnern können, die er gesagt hatte. Stress im Einsatz soll Auslöser gewesen sein Seine Ausfälle konnte sich der Beamte vor Gericht nicht erklären. Er sei einfach unter dem Stress des Einsatzes in einer Art und Weise ausgerastet, die er aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehen könne, so der Angeklagte in seiner Aussage am Dienstag. In seinen 20 Dienstjahren soll der Mann immer korrekt gehandelt haben, sagten seine Kolleginnen und Kollegen vor Gericht aus. Mann soll vor Abschiebung geflüchtet sein Laut Anklage hat sich der Vorfall am 13. Februar 2025 bei einer versuchten Abschiebung ereignet. Der Beamte und eine Kollegin aus der Ausländerbehörde wollten demnach einen Asylbewerber zur Abschiebung einem Richter vorführen. Der Mann sei kurz vor dem Einsteigen in den Streifenwagen geflüchtet. Nachdem er die Flucht selbst abgebrochen hatte, wurde er von einem Mitarbeiter der Ausländerbehörde festgehalten und wenig später von weiteren Polizisten gesichert, so die Anklage. Rassistische Beleidigungen bei Abschiebung Dabei hatte sich der angeklagte Polizist auf ihn gestürzt. Der Beamte rief dem Mann laut Anklage unter anderem zu: “Jetzt haben wir dich, scheiß Ausländer”, und fixierte ihn mit dem Knie auf dem Rücken, sodass dieser kurzzeitig keine Luft bekam. Auch Sätze wie “Raus mit dir, du Ausländer” und “Geh zurück in dein Takatukaland” wurden dem Beamten in der Anklage zugeschrieben.

via ndr: Rassistisch beleidigt und Gewalt angewendet: Polizist verurteilt