Der frühere Bundestagsabgeordnete Diether Dehm fungiert als Scharnier zwischen AfD und BSW in Sachsen-Anhalt. Wegen der Verwendung eines NS-Spruchs wurde nach SPIEGEL-Informationen jetzt ein Strafbefehl gegen ihn erlassen. Das Amtsgericht Tiergarten hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Berlin Strafbefehl gegen den früheren Linkenabgeordneten Diether Dehm erlassen, wie eine Gerichtssprecherin dem SPIEGEL auf Anfrage sagte. »Der Tatvorwurf betrifft das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen«, so die Sprecherin. Hintergrund ist ein gemeinsames Interview, das Dehm und der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke im Oktober 2025 einem lokalen TV-Sender aus Erfurt gegeben hatten. Dabei kam auch zur Sprache, dass Höcke verurteilt worden war, weil er im Landtagswahlkampf 2021 in Sachsen-Anhalt die SS-Parole »Alles für Deutschland« verwendet hatte. Im Interview solidarisierte sich Dehm mit Höcke und wiederholte den Spruch. »Sollen die mal kommen«, forderte Dehm die Strafbehörden heraus. Nun wurde gegen Dehm eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 150 Euro festgesetzt. Dehm selbst sagte, er äußere sich nicht zu laufenden Verfahren. Da er Einspruch eingelegt hat, ist die Entscheidung des Gerichts noch nicht rechtskräftig. Wagenknecht nannte ihren Ex-Freund »geistesgestört« Dehm spielte in den vergangenen Monaten eine entscheidende Rolle bei der Annäherung von AfD und BSW in Sachsen-Anhalt. In der Linkspartei galt er einst als enger Verbündeter von Sahra Wagenknecht. Er wurde aber nicht in das BSW aufgenommen, weil er sich mit einem Teil der Parteigründer überworfen hatte. Dehm hatte auch Wagenknecht verklagt, weil diese ihn als »geistesgestört« bezeichnete. Das Gericht wies die Klage ab, weil es sich um eine Meinungsäußerung handle. In der Linkspartei waren beide vor vielen Jahren ein Paar. Dehm war kürzlich Ehrengast beim umstrittenen Dinner des rechtsextremen Magazins »Compact« in Magdeburg, wo Vertreter von AfD und BSW auf ihre Zusammenarbeit angestoßen hatten. Dort warb Dehm nachdrücklich für eine Zusammenarbeit der beiden Parteien. Es solle ein »Friedenspakt, wie mein guter Bekannter Björn Höcke empfiehlt«, geschlossen werden, so Dehm. Wagenknecht distanzierte sich von dem Dinner, die BSW-Politikerin Claudia Wittig bezeichnete ihre Teilnahme als »Fehler«.
via spiegel: Nach Interview mit Björn Höcke Gericht erlässt Strafbefehl gegen Diether Dehm
siehe dazu auch: DIETER DEHM Von links nach rechts (01(2026) Politische Überläufer von links nach rechts hat es immer gegeben. Seit langem keine Berührungsängste nach rechtsaußen zeigt auch der langjährige Linken-Politiker und Putin-Versteher Diether Dehm. Am 31. Januar soll in Magdeburg der 15. Geburtstag des Monatsmagazins „Compact“ von Jürgen Elsässer gefeiert werden. Elsässer war früher Mitglied des Kommunistischen Bundes (KB) und schrieb als Autor für linke Zeitungen. Doch seit Langem bereits ist er in der rechtsextremen Szene verortet und wünschte sich schon den AfD-Rechtsextremisten Björn Höcke als „Reichskanzler“. Mit monatlich – laut Eingenangabe – 40.000 verkauften Magazinen und über einer halben Million Youtube-Abonnenten will „Compact“ das „bei Weitem reichweitenstärkste Medium der Opposition“ sein. Ziel von Compact sei es, „die Patrioten und Freiheitskämpfer aus verschiedenen Lagern zusammen zu bringen“, wird von dem Blatt postuliert. „Compact“ steht für Rechtsextremismus, Antisemitismus und Reichsbürgerfantasien. Als Redner der „Compact“-Feier sind neben dem Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke, Markus Krall, einem rechtslibertären Crash-Propheten, Kayvan Soufi-Siavash, der unter dem Namen Ken Jebsen als Verschwörungsmysthiker bekannt wurde, auch das „linke Polit-Schlachtross“ („Compact“) Diether Dehm angekündigt.
siehe dazu auch: Wie Diether Dehm „Lerryn, das Arschloch“ wurde. Im niedersächsischen Holzminden wendet sich Diether Dehm am Ostersamstag 2012 an die Protestierenden. Für den Linkspartei-Bundestagsabgeordneten Diether Dehm gibt es keinen Antisemitismus jenseits der Shoah, Außenminister Heiko Maas ist für ihn ein gut gestylter Nato-Strichjunge und der Israelkritiker Dehm ist ein glühender Freund der Querfront-Mahnwachen. Doch seinen Spitznamen „Lerryn, das Arschloch“ erwarb sich der Musikant in Frankfurt aus anderen Gründen.
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