Bei der Party eines rechtsextremen Magazins posieren Abgeordnete des BSW mit Kollegen der AfD – sehr zum Unwillen der BSW-Bundesspitze. Ein Treffen zwischen Politikern der AfD und des BSW in Sachsen-Anhalt hat bei der Parteispitze des BSW Unmut ausgelöst. Es dürfe „nicht der Eindruck der Kumpanei oder einer privilegierten Partnerschaft entstehen“, schrieb Parteichef Fabio de Masi am Freitagabend in einem Beitrag in sozialen Medien. Auslöser waren Fotos, die das rechtsextreme Magazin Compact veröffentlicht hatte. Sie zeigen Spitzenpolitiker von AfD und BSW aus Sachsen-Anhalt bei einer gemeinsamen Abendveranstaltung. Anlass der Zusammenkunft war laut Angaben des Magazins die Eröffnung eines „TV-Studios“ von Compact in Magdeburg am Donnerstag. Nach Angaben von Jürgen Elsässer, Herausgeber und Chefredakteur von Compact, seien „alle fünf Abgeordneten“ des BSW und „ungefähr 20“ von der AfD da gewesen. Ein Bild zeigt, wie der frisch gewählte Landtagspräsident Tobias Rausch (AfD), der Co-Fraktionschef der AfD, Oliver Kirchner, sowie die Fraktionsspitzen des BSW, Thomas Schulze und Claudia Wittig, gemeinsam vor dem Logo des Magazins posieren. Die AfD ist in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. BSW-Vizefraktionschefin sieht im Treffen kein Problem Ebenfalls auf dem Bild zu sehen ist der ehemalige Landes- und Fraktionschef der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, der die Partei 2019 verlassen hatte, nachdem er mit besonders radikalen Äußerungen intern auf Kritik gestoßen war. (…) Weitere Bilder zeigen, wie die Gäste in vertrauter Atmosphäre beim Essen am Tisch sitzen. Es wird gelacht, Wein getrunken und angestoßen – zu viel der Nähe, fanden die BSW-Parteioberen. Er sei als Parteivorsitzender auch gewählt, um darauf zu achten, dass „auch die Unterschiede zur AfD deutlich werden!“, schrieb Parteichef de Masi in seinem Beitrag. BSW-Generalsekretär Christian Leye teilte in sozialen Medien einen Post, in dem es hieß: „Diese Distanzlosigkeit und Kumpanei mit der AfD muss ein Ende haben.“
via sz: Sachsen-Anhalt AfD und BSW feiern gemeinsam in Magdeburg
siehe auch: BSW-Fraktion “bedauert” Dinner mit AfD “Völlig daneben”: Wagenknecht pfeift Wittig zurück BSW-Politikerin Claudia Wittig nahm an einem Abendessen mit AfD-Vertretern teil. Nun rudert sie zurück – und Wagenknecht stellt klar, wo die Grenzen liegen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der BSW-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, Claudia Wittig, hat den gemeinsamen Abend mit AfD-Vertretern bei der Eröffnung des “Compact”-TV-Studios in Magdeburg als Fehler bezeichnet. “Es war unklug, auch zum anschließenden Essen zu bleiben. Wir bedauern den Fehler, so etwas wird sich nicht wiederholen”, sagte sie dem “Spiegel”. Noch am Vortag hatte Wittig die Kritik abgewehrt. “Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten können zusammen essen und auch ein Glas Wein zusammen trinken”, schrieb sie auf X. Nun rudert sie zurück – wenn auch nur teilweise: Den grundsätzlichen Kontakt zur AfD im Landtag verteidigt sie weiterhin. “Der Eindruck politischer Nähe, der über die Fotos vermittelt wird, ist falsch. Wir sprechen mit allen im Landtag vertretenen Parteien und werden auch in Zukunft Mehrheiten für vernünftige Positionen suchen und nutzen.”
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