In Ostdeutschland habe sich eine unreflektierte „Abgrenzungsidentität“ breitgemacht, sagt der Historiker Magnus Brechtken. Auch in der deutschen Politik beobachte er einen verfehlten Umgang mit dem Osten. Er sehe gar eine „Wohlfühl-Rhetorik“. Der Historiker Magnus Brechtken beobachtet eine zunehmende Verärgerung in Westdeutschland über Ostdeutschland. „Viele Westdeutsche haben mittlerweile die Nase voll angesichts der ständigen Klagen aus dem Osten – auch angesichts der Kosten“, sagte der stellvertretende Direktor des renommierten Instituts für Zeitgeschichte in München der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS).
Brechtken kritisiert, dass sich in den ostdeutschen Bundesländern eine unreflektierte „Abgrenzungsidentität“ breitgemacht habe, die es im Westen nicht gebe und die auf Geschichtsirrtümern berufe. „Wenn Ostdeutsche heute klagen, in den Ländern der ehemaligen DDR gebe es ja nichts zu vererben und die Leute seien ärmer als im Westen, dann liegt das nicht daran, dass die Westdeutschen ihnen etwas weggenommen haben, sondern dass die DDR 40 Jahre lang von der Substanz gelebt hat und nicht in der Lage war, ein dem Westen vergleichbares Wirtschaftsvermögen aufzubauen“, sagte Brechtken der „FAS“.
via welt: „Viele Westdeutsche haben mittlerweile die Nase voll angesichts der ständigen Klagen aus dem Osten“
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