Spitze der AfD-Jugendorganisation in Brandenburg traf sich mit einem Antisemiten. Recycling am rechten Rand: Der neue Jugendverband der AfD, die »Generation Deutschland«, gründete am Wochenende seine Landesverbände in Berlin und Brandenburg. Die neuen Landesorganisationen ersetzen die Landesverbände der »Jungen Alternative« (JA), die sich 2025 selbst aufgelöst hatte. Die Auflösung erfolgte auf Druck der Mutterpartei, die die ehemalige Jugendorganisation zunehmend als Risikofaktor in einem möglichen Verbotsverfahren betrachtete. Zuvor hatte der Verfassungsschutz die JA als »gesichert rechtsextrem« eingestuft. Dass sich mit der Neugründung daran etwas ändern wird, ist zweifelhaft. Denn die »Generation Deutschland« führt die JA sowohl inhaltlich als auch personell fort. In Berlin zeigen sich diese Kontinuitäten am deutlichsten – hier ist der alte JA-Vorstand zugleich auch der neue GD-Vorstand. Als Landesvorsitzender wurde bei der Versammlung in einem Lokal in Reinickendorf am Samstag Martin Kohler gewählt. Er war zuvor bereits Landesvorsitzender der JA. Kohler ist Vorsitzender der AfD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf. Seine Rhetorik unterscheidet sich kaum von der anderer Berliner AfD-Politiker, die rechtsextreme Konzepte wie die geplante »Remigration« unerwünschter Ausländer ebenfalls offen vertreten. Ebenfalls nicht ungewöhnlich für Berliner AfD-Funktionäre ist seine Mitgliedschaft in der Burschenschaft Gothia. Vertreter der Gothia beteiligten sich mehrere Male neben SS-Veteranenverbänden und NPD an einem »Heldengedenken« für Wehrmachtssoldaten am Volkstrauertag. Die Veranstaltung fand auf dem Neuköllner Friedhof am Columbiadamm statt. In einem intern verwendeten Handbuch, der »Fuxenmappe«, sollen in einem Musterbrief als Absender die Adresse »Reichskanzlerplatz 1, 1000 Berlin 33« und als Empfänger »Schlomo Schleimer, Wiesenthalgasse 6c« angegeben worden sein, wie das »Antifaschistische Info Blatt« 2022 aus einem Leak zitiert. (…) Deutlich radikaler als Kohler traten bei der Gründungsveranstaltung der »Generation Deutschland« andere Funktionäre auf. Ein Beisitzer im neuen Landesvorstand sprach laut Angaben der »Berliner Morgenpost« von der »kranken Idee der Masseneinwanderung«, gegen die er »bis zum letzten Tag kämpfen« wolle. Am Rande von Gegenprotesten, zu denen sich etwa 160 Menschen versammelt hatten, wurde ein Demonstrant von einem Autofahrer angefahren, der zur Versammlung wollte. Die Polizei ermittelt nun wegen Körperverletzung.

via nd: »Generation Deutschland«: Brauner Wein in neuen Schläuchen