Am 1. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Zeit für die AfD vor Ort, ihr Wahlprogramm zu präsentieren und darzulegen, was sie im Fall einer Regierungsübernahme politisch umzusetzen gedenkt. In Sachsen-Anhalt liegt die AfD, die dort vom Verfassungsschutz seit November 2023 als „erwiesen rechtsextrem“ eingestuft wird, gemäß einer Insa-Umfrage bei 39 Prozent (27. Januar 2026). Dass sie die Regierung stellt, ist nach aktuellem Stand also äußerst wahrscheinlich. Und nach den vorliegenden Plänen dürften insbesondere auch bei den Kirchen alle Alarmglocken klingeln. Wie Domradio.de schreibt, sollen den katholischen und evangelischen Kirchen alle Gelder gestrichen werden, das beinhaltet die Zahlung der Staatskirchenleistungen ebenso wie den staatlichen Kirchensteuereinzug. Zudem soll gegen das Kirchenasyl vorgegangen werden, wobei die AfD von „Kirchensteuerkirchen“ schreibt, die der Pflege des christlichen Glaubens nicht mehr genügend nachkämen. „Gerade weil wir um die Bedeutung des Christentums wissen, greifen wir die Kirchensteuerkirchen an, denn die großen Kirchen schaden dem Glauben“, wird aus dem Papier zitiert. AfD-Politikerin von Storch mit Verbindungen zu christlich-fundamentalistischen Netzwerken Vielmehr betrieben die Kirchen eine „Regenbogenideologie“ und unterstützten „das gesellschaftliche Zerstörungswerk der Altparteien“. Ebenso unter Beschuss steht demnach die Evangelische Akademie in Wittenberg. Ihr sollen staatliche Zuschüsse in Höhe von jährlich 70.000 Euro gestrichen werden. Auch ihr wirft die AfD „politische Agitation im Sinne der Altparteien“ vor. Andere religiöse Zusammenschlüsse könnten hingegen profitieren, wie etwa die häufig als reaktionär eingeordneten Freikirchen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in diesem Zusammenhang schreibt, hätten viele AfD-Politiker enge Verbindungen zu sehr konservativen Glaubensrichtungen, wie etwa die Bundestags-Fraktionsvize Beatrix von Storch. Sie kann als Bindeglied ihrer Partei zu christlich-fundamentalistischen Netzwerken der Evangelikalen und radikalen Abtreibungsgegnern wie etwa der „Demo für alle“ bezeichnet werden.
via merkur: AfD in Sachsen-Anhalt will Kirchen bei Regierungsübernahme Gelder streichen – „Regenbogenideologie“